141028LeereSitzeHarburg – Was machen die Harburger Politiker bloß verkehrt? Kaum jemand interessiert sich noch für ihre Arbeit. Jüngstes Beispiel: Sitzung des Fachausschusses

für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus im Rathausforum, drei Masterminds aus der Wirtschaft schildern, welch hohes Potenzial Harburg als Technologiestandort hat und dass die Zukunftschancen gerade deshalb besonders gut sind, weil der Binnenhafen ein lebendiges Stadtquartier ist. Aber außer den Politikern interessiert sich nur ein Harburger für das Thema. Und drei Stuhlreihen im Zuschauerbereich bleiben leer.

Dagmar Overbeck, Vorsitzende dieses Fachausschusses, will das ändern: „Wenn  die Leute nicht zu uns kommen, müssen wir zu den Leuten gehen.“ Der Ausschuss müsse nicht immer in einem dieser wenig einladenden Sitzungsräume rund um das Rathaus sein. Blick auf den Terminkalender. Der Ausschuss tagt das nächste Mal wieder am 24. November. Overbeck: „Dann ist vor dem Rathaus schon Weihnachtsmarkt. Also tagen wird dort. Im Zelt.“

Erstmal staunendes Schweigen. Dann meldet sich Dezernent Jörg Penner zu Wort. Er hat Bedenken: „Auf dem Weihnachtsmarkt wird doch Musik gespielt. Das stört mich eigentlich nicht, aber einiges, was da gespielt wird, grenzt an Körperverletzung.“

Das könnte zu regeln sein, aber was ist überhaupt mit dem nicht öffentlichen Teil? Richtig, am Ende des Fachausschusses werden in der Regel noch vertrauliche Angelegenheiten besprochen. Da darf keiner zuhören. Wie bekommt man dann die hoffentlich vielen Zuhörer aus dem Zelt? Oder lauscht einfach einer von außen?

Jörn Lohmann von der Linken gefällt das alles nicht: „Lasst uns wieder hier tagen.“ Aber Dagmar Overbeck will raus zu den Leuten. Jetzt verspricht sie, auf eine dem Ort angemessene Tagesordnung zu achten:„Mit weihnachtsmarktpolitischen Themen.“ Oha, so was gibt’s auch? „Na ja, aber Themen zur Harburger Innenstadt.“ Ihre Fraktionskollegin Pinar Aba wirft ein: „Es geht doch vor allem um die Präsenz. Damit die Politiker mal zu den Leuten gehen.“ Das findet Dr. Hanno Hintze von der CDU auch: „Irgendwie müssen wir uns auch mal bewegen.“  Aber wie?

Erstmal abstimmen! Gegen die Stimme von Jörn Lohmann wird beschlossen: Der Ausschuss tagt das nächste Mal auf dem Weihnachtsmarkt. Ob’s hilft? ag