BStoeverHarburgBirgit Stöver (Foto) fühlt sich bestätigt. Im Bezirk Harburg, der aus 17 Stadtteilen besteht, werden Flüchtlinge besonders zentriert im Kerngebiet untergebracht. Das

hat die Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten der CDU ergeben. Sieben Standorte sind sollen bis zum Ende des ersten Halbjahrs entstehen oder ausgebaut werden. Rund 1750 neue Plätze für Flüchtlinge sollen so entstehen. Vier der Standorte liegen in Harburg, einer in Wilstorf, einer in Neuland, einer in Heimfeld. Keiner befindet sich in Süderelbe. Die vier Standorte Schwarzenbergplatz, Harburger Poststraße, Schlachthofstraße und Binnenhafen in Harburg werden dabei mit 1392 Plätzen den Löwenanteil bekommen. An der Nöldekestraße in Wilstorf werden 36 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge untergebracht. In Lewenwerder kommen 156 zusätzliche Flüchtlinge in neuen Modulbauten unter. Auch diese beiden Standorte liegen faktisch am Rand des Harburger Kernbereichs. Lediglich das geplante Pavillondorf an der Straße Am Radeland ist mit seiner Lage in Heimfeld nicht in diesem Bereich. Pikant: Dieser Standort, an dem bereits lange herumgeplant wird, soll erst im 2. Quartal kommenden Jahres fertig werden. Dann wird der Standort Schwarzenberg, so die Ankündigung, bereits wieder aufgelöst sein. Die Fläche wurde nur bis zum 31. März zur Verfügung gestellt.

„Der Senat bestätigt in seiner Antwort, dass auf einem vergleichsweise kleinen Gebiet in Harburg-Kern teilweise sehr große Unterkünfte entstehen. So muss hier von einer unverhältnismäßigen Konzentration von Unterkunftsplätzen in dem ohnehin sozial schwachen Stadtteil gesprochen werden,“ so Stöver. „Der Standpunkt der CDU ist hier eindeutig: eine Verteilung der Flüchtlinge über die gesamte Stadt und in alle Stadtteile hinein ist sinnvoller – und zwar für die Flüchtlinge selbst wie auch für die Gastgeber.“ Positiv vermerkt Stöver, dass es eine Erhöhung des  Betreuungsschlüssels, wie ebenfalls aus den Senatsantwort hervorgeht, von 1:80 auf 1:64 geben soll. Kritik übt die Bürgerschaftsabgeordnete an dem Standort Nöldekestraße. Die ausschließlich männlichen Jugendlichen werden genau zwischen den beiden einzigen Moscheen untergebracht, die Hamburgweit vom Verfassungsschutz beobachtet werde, weil sie als Sammelpunkt von Salafisten gelten. Der Senat hält das für unproblematisch und tröstet sich damit, dass viel über das Internet mobilisiert wird. Hier glaubt Stöver  nicht, dass der Senat die Gefahren der Wilstorfer Straße und der beiden vom Verfassungsschutz beobachteten Moscheen realistisch und richtig einschätzt. zv

Veröffentlicht 9. Oktober 2014