140912BischoffHarburg – Frischlinge haben es in der Politiker-Meute erst einmal schwer. Da kennen die Platzhirsche keine Gnade. Aber nicht nur in den Fraktionen müssen die Hackordnungen

neu erkämpft werden. Wenn in den Fachausschüssen einer von den Neuen aufbegehrt, wird er prompt zurechtgestutzt. Und wenn die Argumente ausgehen, hilft im Zweifel immer die Geschäftsordnung.

Jüngstes Beispiel: Ulf Bischoff (Foto) von der AfD sah sich im Hauptausschuss einem Wust von Tischvorlagen, Anträgen und „Antworten auf Schriftliche Kleine Anfragen“ gegenüber. Da kann man schon  mal den Überblick verlieren, wenn einen plötzlich seine Majestät Manfred Schulz, Vorsitzender der Bezirksversammlung, fragt, ob die Anfrage XY denn nun erledigt sei.

Bischoff war mit dieser Frage schlicht überfordert. Er hatte die Antwort auf die Anfrage noch nicht einmal gelesen. Er rettete sich in ein „eigentlich nicht“. Aber das reichte Schulz nicht. Er hakte und ließ auch durchblicken, dass er keine Lust hatte, die Antworten auf die Fragen nach den Hochspannungsleitungen im Hafen noch einmal durchzukauen. Das hatten die Alten schließlich schon in der letzten Legislatur erledigt. Bischoff gab schließlich klein bei.

Kleines  Geplänkel, nicht der Rede wert? Eigentlich doch! Denn es sollte erwähnt werden, dass es erst an diesem Wochenende einen Einführungskursus für neue Abgeordnete gibt. Erst jetzt sollen sie den Umgang mit „Antworten auf Schriftliche Kleine Anfragen“ und allerlei andere Besonderheiten der Geschäftsordnung kennen lernen. Das wusste auch Manfred Schulz. So gesehen war sein Umgang mit Bischoff nicht ganz fair. ag