Schlossinsel2Harburg – Die Absicht des Hamburger Senates auch den Harburger Binnenhafen zu einem Zentrum der Unterbringung von Flüchtlingen zu machen, stößt auf Widerstand.

Die Harburger CDU sieht die „positive Entwicklung des gesamten Quartiers beeinträchtigt und um Jahre zurückgeworfen“. Auch der Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD) und die SPD sind gegen die Pläne der Genossen. Konkret sollen die Wohnschiffe für bis zu 800 Menschen am Kanalplatz und am Treidelweg festmachen. Die Einrichtungen dürften, so wird befürchtet, über Jahre Bestand haben.

Bereits jetzt sind in Harburg die Unterkünfte für Flüchtlinge so zentriert wird nirgends in Hamburg. An der Wetternstraße ist Hamburgs älteste Unterbringung. Sie wird aktuell vergrößert. Am Communionsweg ist ebenfalls eine Flüchtlingsunterkunft errichtet worden. Sie soll erweitert werden. Die Zentrale Erstaufnahme ist in der ehemaligen Hauptpost eingerichtet worden. Sie platzt aus allen Nähten. Zwischenzeitlich wurde auf dem Neuländer Platz zusätzlich Zelte errichtet.

Trotzdem fehlen nach Berechnung der Behörde für Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, kurz BASFI, allein bis Jahresende 1500 Plätze. Ksenija Bekeris, Fachsprecherin der SPD für Soziales aus dem Bezirk Hamburg Nord, wünschte sich in einer Stellungnahme, dass Parteien und Bevölkerung in der Frage „zusammenstehen“. In Harburg steht man dabei aber enger. Nirgends in der Stadt werden Unterkünfte so zu einem Cluster ausgebaut. Die Pläne zusätzlich zwei Wohnschiffe im Binnenhafen anliegen zu lassen, werden unter anderem mit der guten Anbindung zur Harburger Innenstadt begründet. Hamburg selbst wälzt das Problem ab. Zwar will der Bezirk Mitte auch Wohnschiffe anlegen lassen. Das wird aber auf die südliche Elbseite nach Finkenwerder an den Aue-Kai oder in die Billwerder Bucht ausgelagert. Am langen Hafenrand, der sich am nördlichen Elbufer über gut vier Kilometer hinzieht, hat man keinen einzigen Platz in betracht bezogen. Dabei gibt es dort nicht nur gut ausgebaute Kaianlage, sondern auch eine hervorragende Anbindung an die Innenstadt mit ihren vielfältigen kulturellen und sozialen Einrichtungen, die hervorragend für die Integration von Flüchtlingen geeignet wären. Erfahrungen hat man. In Neumühlen lagen in den 90er Jahren bereits schon einmal mehrere Wohnschiffe.

In Harburg dürften die Wohnschiffe auch ganz konkret Entwicklungen behindern. Der Treidelweg ist als neuer Standort für den Beachclub im Gespräch, der seinen jetzigen Standort am Veritaskai räumen muss. Nur bis Ende des Monats ist dort – bei weiterhin gutem Wetter – noch geöffnet.

Die CDU begründet ihren ablehnenden Standpunkt in Punkto Wohnschiffe so. „Seit vielen Jahren ist das Gebiet der Schloßinsel und des Harburger Binnenhafens mit den attraktiven Wasserflächen in den Fokus einer positiven Stadtentwicklung in Harburg geraten. Viele Flächen sind hergerichtet, um eine Mischung für Dienstleistung, Wohnen, Arbeit und Freizeit zu ermöglichen. In dem Bereich sind auch zahlreiche IBA-Referenzprojekte entwickelt worden.“ zv