140818Critical2Harburg – Ein Hauch von Revolution und Anarchie lag über Harburg. Aber eben nur ein Hauch. Critical Mass, eine Art Flash Mob der Radfahrer, war angesagt. Treffpunkt: 17 Uhr

vor dem Harburger Rathaus. Radfahrer in Massen wären ein eindrucksvolles Signal für mehr Radwege, für mehr StadtRad und für weniger autogerechte Stadt gewesen.

Knapp 50 Radler sind noch keine Masse, es reichte aber dicke, um einen Passus aus der Straßenverkehrsordnung in Anspruch zu nehmen: 15 Fahrräder gelten als ein Fahrzeug, dürfen im Pulk nebeneinander fahren.

Erstaunlich, wie viele Polizeibeamten im Marsch gesetzt worden war, um die Critical Mass im Griff zu haben. Nach einem kurzen Wortgeplänkel hatte man sich vage auf eine Route durch die Harburger Innenstadt verständigt. Doch als ein Streifenwagen mit Blaulicht und Martinshorn vorwegschoss, bei Rot über die Ampel an der Ecke Bremer Straße/Krummholzberg bretterte, war die öffentliche Ordnung in Gefahr. Vor allem als die Radler keineswegs dem Streifenwagen in den Krummholzberg folgten, sondern sich einfach in die Bremer Straße und in die Knoopstraße davonstahlen, herrschte Alarmstufe Rot. Die ruhig dahinradelnde „kritische Masse“ wurde wie eine Schafherde von den Ordnungshütern auf Motorrädern eingekreist.

So ging es eine ganze Weile im Katz-und-Maus-Spiel durch die Innenstadt, bis sich alles friedlich auflöste. Hinterher feierten die Harburger Grünen das als gelungene Aktion, und der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Frank Wiesner machte Mut auf mehr: „50 Radfahrer sind noch keine Massenbewegung. Aber das war erst der Anfang.“ ag

Veröffentlicht am 18. August 2014