140809Schiesserei6Harburg – Nach der Schiesserei in der Wilstorfer Straße, bei der ein Mann getötet und vier Männer verletzt wurden, ist jetzt das Bezirksamt ins Visier der

Politik geraten. Durch eine Kleine Anfrage will André Trepoll, Bürgerschaftsabgeordneter der CDU, wissen, wie was das Bezirksamt in dem rund 500 Meter langen Abschnitt der Wilstorfer Straße in den vergangenen Jahren gemacht hat, um dort eine Verfestigung der kriminellen Szene zu verhindern. Denn der Teil der Wilstorfer Straße wird schon seit 2003 als „Straße der Gewalt“ betitelt, nachdem es dort im Zusammenhang mit Überprüfungen von Gaststätten nach mehreren Vorfällen zu Übergriffen gegen die Polizei gekommen war. Auch in den vergangenen Jahren hatte es dort immer wieder Gewalttaten gegeben. Im Fokus steht dabei das Ordnungsamt, das bei der Polizei den Ruf hat gemeinsamen Einsätzen eher ablehnend gegenüber zu stehen. Dabei hatte genau dieses Vorgehen in den 90er Jahren im Bezirk Hamburg-Mitte großen Erfolg. Damals hatte es in der Paul-Roosen-Straße eine vergleichbare Situation gegeben, bei der es um gewerbliche Objekte ging, die sich immer mehr zum Treffpunkt krimineller Gruppen entwickelt hatten.
Aus Polizeikreisen war zu erfahren, dass das Ordnungsamt in Harburg nicht nur im Zusammenhang mit der Wilstorfer Straße zurückhaltend in der Zusammenarbeit ist. Auch beim ersten Discomove im Binnenhafen, zu dem die Polizei gern die Unterstützung des Ordnungsamtes gehabt hätte, seien die Mitarbeiter an dem Sonnabend nicht ausgerückt. In dem Fall war es um mögliche „fliegende Händler“ gegangen, die ohne Genehmigung im Umfeld der Veranstaltung aktiv sind.
Trepoll will in seiner Anfrage deshalb auch unter anderem wissen zu welchen Uhrzeiten und an welchen Wochentagen in der Wilstorfer Straße Gewerbe- und Gastronomiebetriebe kontrolliert wurden oder wie viele gemeinsam mit der Polizei durchgeführte Kontrollen es seit 2011 gab. dl