AltePost4Harburg –  Aus dem kommunikativen Desaster rund um die geplante Unterkunft für Flüchtlinge auf der Bostelbeker Pferdewiese haben die Hamburger Behörden offenbar

nicht viel gelernt. Transparenz bleibt für sie ein Fremdwort. Und so wird der Umgang mit Flüchtlingen, die sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden müssen, unnötig belastet.

Jüngstes Beispiel ist die Zentrale Erstaufnahmestation (ZEA) in der Post am Harburger Bahnhof. Als Volker Schiek, Staatsrat der Innenbehörde, am 30. September 2013 Bezirksamt und Bezirksversammlung in einem Brief um Verständnis für die Entscheidung bat, schrieb er unter anderem: „Die Harburger Poststraße 1 würde neben der Sportallee 70 und der Einrichtung Nostorf/Horst der dritte Eckpfeiler der Hamburger Erstaufnahme sein.“

Bei einer Begehung der neuen Unterkunft am Harburger Bahnhof Mitte Mai glaubten Bezirkspolitiker und Anwohner sich verhört zu haben, als plötzlich nicht mehr von einem „dritten Eckpfeiler“, sondern von der „ersten ZEA in Hamburg“ die Rede war. Die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver hat nachgefragt und vom Senat diese Antwort bekommen: „Seit dem 3. Juni 2014 befindet sich die Anlaufstelle der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung ... für Hamburg, die zuvor im Bezirk Hamburg-Nord (Sportallee) belegen war, in Harburg.“ Die Einrichtungen in der Sportallee und in Horst tauchen auf einmal nur noch als Außenstellen auf.

Empörend sei daran nicht, dass Harburg nun die Zentrale sei, findet Iwona Mazurkiewicz von der Bürgerinitiative Wetternstraße, die sich vor allem für ein menschenwürdiges Miteinander von Flüchtlingen und Anwohnern einsetzt. „Empörend ist vielmehr, wie so etwas kommuniziert wird“, sagt Mazurkiewicz. Noch im Januar habe Innensenator Michael Neumann am Runden Tisch für die Unterkünfte Wetternstraße und Lewenwerder behauptet, Harburg sei nur ein Eckpfeiler der Hamburger Erstaufnahme. Gleichzeitig  habe Neumann Anwohner und den FDP-Abgeordneten Carsten Schuster von oben herab abgekanzelt, als diese die Befürchtung geäußert hätten, Harburg könnte die „erste Adresse“ für alle Flüchtlinge werden. Neumann habe ihnen vorgeworfen, nicht richtig lesen zu können.

Mazurkiewicz: „So etwas schafft doch kein Vertrauen. Dabei ist der Runde Tisch doch gerade für diesen Zweck eingerichtet worden.“ ag