PawlowskiViktoriaHarburg – 1935 Stimmen. Ein so gutes persönliches Ergebnis wie Viktoria Pawlowski hat bei der Wahl der Bezirksversammlungen kein

anderer Kandidat der FDP in ganz Hamburg erreichen können. Bei allem persönlichen Erfolg: Für die Bürgerschaft will die 22-Jährige im kommenden Jahr trotzdem nicht kandidieren. „Ich bin für Harburg gewählt worden“, sagt Pawlowski. „Außerdem möchte ich nicht als jüngste Abgeordnete im Hamburger Rathaus das Bambi sein. Ich habe noch genug Zeit.“

In Harburg wird Pawlowski kleinere Brötchen backen müssen. Die FDP hatte bei der Wahl lediglich zwei Mandate bekommen. Damit kann sie keine Fraktion mehr bilden. Das ist mit vielen Nachteilen verbunden. Das Büro an der Eißendorfer Straße muss zum Ende des Monats aufgelöst werden, weil die FDP keine Fraktionsgelder mehr bekommt. Die Redezeit in der Bezirksversammlung ist deutlich reduziert. Man wird vermutlich in der letzte Reihe Plätze bekommen. Pawlowski und Carsten Schuster, der ebenfalls für die FDP in die Bezirksversammlung einzieht, dürfen nur in zwei Ausschüssen sitzen. „Ich werde mich für den Verkehrs- und Stadtplanungsausschuss entscheiden“, so Pawlowski. Was sie ärgert: sie darf zwar als Volksvertreterin mit im Ausschuss sitzen. Abstimmen darf sie aber nicht mehr.

Dafür dürften in den kommenden Jahren die Anfragen mehr in den Mittelpunkt ihrer Arbeit rücken. Das ist eine Möglichkeit für Abgeordnete von der Verwaltung Antworten auf brennende Fragen zu bekommen. „Die Arbeit in der Bezirksversammlung wird zudem noch intensiver“, sagt Pawlowski. „Man muss breiter aufgestellt sein.“ Dass sie nach dem Rückschlag für die FDP weiter macht, ist für sie keine Frage. „Politik mache ich solange es mir Spaß macht“, sagt sie. Der ist ungebrochen.

Perspektiven gibt es auch. Pawlowski hofft, dass die FDP zumindest als Gruppe anerkannt wird. Dafür müsste die Geschäftsordnung der Bezirksversammlung mit Beginn der kommenden Legislaturperiode angepasst werden. Außerdem schließt sie nicht aus, dass doch noch eine Fraktion entsteht. Die könnte die FDP zusammen mit einem Abgeordneten einer anderen Partei bilden.  Völlig unwahrscheinlich ist das nicht. Der Machtkampf in der SPD bildet dafür die ideale Voraussetzung. Ein unzufriedener Genosse könnte die Fraktion verlassen und gemeinsame Sache mit den beiden Liberalen machen. zv