140502MoorHarburg – Das ist ziemlicher Murks: Nachdem mehr als zehn Jahre darüber diskutiert wurde, wie die EU-Vorgaben zur Lärmreduzierung in Großstädten

umgesetzt werden könnten, sind Anfang Mai wie berichtet in der Moorstraße und in der Winsener Straße ein paar Verkehrsschilder aufgestellt worden. Halten sich Autofahrer und Biker an die Gebote, fahren sie in den beschilderten Abschnitten nachts nur mit Tempo 30.

Jetzt kam durch eine Senatsanfrage der Grünen in der Bürgerschaft heraus, dass es weder gezielte Geschwindigkeitskontrollen der Polizei geben soll, noch sollen die Anwohner befragt werden, ob es bei ihnen tatsächlich ruhiger geworden ist. Stattdessen soll „ein externes Büro das Akzeptanzverhalten voraussichtlich automatisch erheben“. Mit anderen Worten: Es sollen an geeigneter Stelle Messgeräte aufgestellt werden, die das Tempo aller Fahrzeuge aufzeichnen. Mehr nicht.

„Der Senat agiert halbherzig und führt die Lärm geplagten Menschen in die Irre“, sagt Kay Wolkau, Fraktionschef der Grünen in der Bezirksversammlung Harburg. „Tempo 30 nachts ohne effektive Geschwindigkeitskontrollen ist absurd.“

Till Steffen, verkehrspolitsicher Sprecher der Grünen in der Bürgerschaft,  verweist auf Erfahrungen in anderen Städten. Ohne Kontrollen werde Tempo 30 nachts nicht beachtet. Steffen: „Wir brauchen nachvollziehbare Projektplanungen mit umfassenden Ergebnissen, damit alle Bezirke davon profitieren.“ ag