HarburgNeuDenkenHarburg – Für die Erkenntnis, dass die Harburger den Beachclub behalten und das Harburg-Center weg haben wollen, hat die Verwaltung deutlich mehr Geld springen

lassen, als bislang bekannt. 93.012 Euro und 80 Cent Steuergelder hat der Innenstadtdialog gekostet. Zusammen mit drei weiteren Vorschlägen, hat jede Idee den Steuerzahler mehr als 18.500 Euro gekostet. Das geht aus der Antwort des Bezirksamtsleiters auf eine Anfrage von Carsten Schuster (FDP) hervor. Schuster fühlt sich als Fraktionsvorsitzender in der Bezirksversammlung „getunnelt“. „Man hat uns am Anfang Kosten von 30.000 Euro genannt“, so Schuster. „Aufgrund dieser Summe kam der interfraktionelle Antrag zustande. Wäre klar gewesen, dass es fast 100.000 Euro sein werden, hätte ich wohl nicht zugestimmt.“

Allein 21.140 Euro wurden von der Behörde für die Text- und Bildredaktion an das durchführende „Kreativbüro urbanista“ überwiesen. 21.920 Euro hat das Internetportal zu der Veranstaltung gekostet, über das am Ende lediglich knapp 800 Stimmen zusammen kamen. Wie viele davon auch noch von beim Innenstadtdialog Involvierten kamen, ist unbekannt. Ohnehin darf die gesamte Veranstaltung als Farce gewertet werden. Denn am Ende durften die Harburger Harburg gar nicht "neu denken", wie großspurig das Motto lautete.

Im Vorfeld der Abstimmung waren die fünf den Harburger vorgesetzten Punkte politikkonform umgeschrieben worden. So wurde aus der Forderung den Beachclub an der bisherigen stelle zu halten, einfach ein „Die Bezirksversammlung soll einen endgültigen attraktiven Standort für den Beach Club beschließen“ und aus dem Harburg-Center abreißen ein „ein Ideenwettbewerb für die Zukunft des  Harburg Centers“ gemacht.

Die Initiative zu der Veranstaltung war von dem Vorsitzenden des Stadtplanungsausschusses, Muammer Kazanci (SPD), ausgegangen. Zumindest er ist zufrieden und bezeichnete den Innenstadtdialog als „sehr gelungen“.

Die exakten Kosten:

6.160 Euro für die Ausarbeitung des Verfahrenskonzeptes
3.640 Euro für das Produktdesign
21.140 Euro für Text- und Bildredaktion
21.920 Euro für das Internetportal
10.400 Euro für vier öffentliche Veranstaltungen
12.019,40 Euro Mehrwertsteuer
3.000 Euro für die Beteiligung und Information der Bürger
3.000 Euro für Flyer, Plakate und ähnliches
11.733,40 Euro für die elf Tage dauernde Votingphase