BeachclubLHarburg – Mit Beginn der entscheidenden Abstimmung über die „Top-Ideen“ für Harburg wird auch wieder Kritik am „Innenstadtdialog“ laut. Was da als „Harburg neu denken“ verkauft

werde, entpuppe sich am Ende als „Harburg weiter so wie bisher“. Einige der Ideen seien im Lauf des „Dialogs“ bis zur Unkenntlichkeit glatt gebügelt worden.

SuedKultur, der bunte Haufen von Künstlern und Kulturschaffenden in Harburg denkt sogar laut über einen Boykott der Abstimmung nach.

Bei insgesamt vier öffentlichen Treffen haben die Harburgerinnen und Harburger wie berichtet in vier Themengruppen jeweils fünf Ideen zur Aufwertung der Harburger Innenstadt herausgefiltert. In der abschließenden Abstimmung – entweder im Gloria-Tunnel oder online – sollen nun fünf Top-Ideen gefunden werden, über die dann die Bezirksversammlung abstimmen kann.

„Ich bin positiv überrascht, wie lange die Bürger in den einzelnen Gruppen dabei waren“, sagt Gastronom Heiko Hornbacher. Das hätten allerdings noch mehr sein können, wenn man bei der Auftaktveranstaltung im Rieckhof nicht so viele wenig hilfreiche und zum Teil recht unqualifizierte Beiträge zugelassen hätte. Hornbacher: „Das hat einige Kreative gleich zu Beginn abgeschreckt.“

In den Arbeitsgruppen hätten schließlich nur die Ideen eine Chance gehabt, die von den Vertretern des Bezirksamts zugelassen worden seien. Viele Ideen seien mit dem Argument abgeblockt worden, dafür gebe es kein Geld.

Hier setzt auch die Kritik von SuedKultur-Sprecher Heiko Langanke ein: „Immer wieder ist darauf hingewiesen worden, dass dies und jenes keine Aussicht auf eine Finanzierung habe.“ Dafür habe das Planungsbüro Urbanista für die Durchführung eine Menge Geld bekommen, die Summe sei veröffentlicht worden. Langanke: „Es ist also Geld da – nur nicht für die Ideen der Harburgerinnen und Harburger.“ Im Grunde müsse man die Abstimmung lautstark boykottieren. Damit deutlich werde: Das Interesse sei da, man wolle aber als Bürger auch ernst genommen werden.

Ein Beispiel: Von Anfang an hatte die Forderung „Beachclub muss bleiben – und zwar genau dort, wo er jetzt ist“ beste Ergebnisse kassiert. Sie ist auch bis ins Finale gekommen, allerdings heißt das Petitum (die Forderung) jetzt: „Die Bezirksversammlung möge einen endgültigen attraktiven Standort für einen Beachclub im Binnenhafen beschließen und die Verwaltung beauftragen, dessen baldmögliche Realisierung zu betreiben. Bis zu diesem Zeitpunkt ist in den nachgefragten Monaten ein dauerhafter Betrieb des Beachclubs zu ermöglichen.“ Von einem Beachclub am Veritaskai ist also nicht mehr die Rede. Und was heißt „baldmöglichst“?

Heiko Hornbacher: „Es ist wirklich schade. Man hat sich darauf beschränkt, die jetzige Problemlage festzuschreiben und auf dieser Grundlage eine Lösung zu finden. Viel besser wäre es, wenn man kreativ an die Problemlage herangegangen wäre und versucht hätte, sie zu ändern.“

Eine Reaktion des Bezirksamts musste erst einmal intern abgestimmt werden. Sobald sie vorliegt, wird harburg-aktuell berichten. ag