140217GrueneHarburg –  Vor einem Jahr erst hat sie als Nachrückerin für den verstorbenen Fraktionschef Ronald Preuß einen Sitz in der Bezirksversammlung bekommen. Jetzt startet die Kita-Leiterin

Britta Hermann als Spitzenkandidatin und neue starke Frau der Harburger Grünen in den Wahlkampf. Dafür ließen die Parteimitglieder bei der Nominierung ihrer Kandidaten in der Schule Grumbrechtstraße die aktuelle stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Heinke Ehlers, durchfallen. Für sie blieb auf der Bezirksliste nur ein fast aussichtsloser Platz neun.

Auch Fraktionschef Kay Wolkau kam nicht ganz ungeschoren davon. Er musste akzeptieren, dass die Satzung der Grünen auf den „ungeraden Spitzenplätzen“ grundsätzlich Frauen vorsieht. Deshalb blieb dem Heimfelder Anwalt nur Platz zwei auf der Bezirksliste. Und auch bei der Kandidatenliste für den Wahlkreis Heimfeld bestand Britta Hermann auf Einhaltung der Satzung. Auch hier kandidiert Wolkau nur auf Platz zwei, er bekam allerdings jeweils respektable Stimmergebnisse.

Der Bezirksabgeordnete Daniel Völkoi hatte vorher angekündigt, eine Politikpause einzulegen, um sich mit voller Kraft seinem Studium zu widmen. Er will sich allerdings weiterhin in einigen Gremien wie dem Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus engagieren.

Zurück zur Bezirksliste: Schon auf Platz drei folgt mit Tülin Akkoç eine weitere Überraschung. Die Kulturwissenschaftlerin ist Leiterin des Einbürgerungsprojekts „Ich bin Hamburger!“ und hatte sich bisher als Beisitzerin im Kreisvorstand der Harburger Grünen engagiert. Auf Platz vier dann mit dem Bezirksabgeordneten und  ehemaligen Schulleiter Jürgen Marek ein entschlossener Streiter für Umwelt und Nachhaltigkeit.

Der Bereich Süderelbe wird auf der Kandidatenliste durch Gudrun Schittek vertreten, die sich in den vergangenen Monaten in den Diskussionen um den Flutschutz in den ehemaligen Elbdörfern einen Namen gemacht hatte. Es folgen Kreisvorstandssprecher Robert Klein und Isabel Wiest von der Anwohnerinitiative Vogteistraße/Jägerstraße.

Die Bezirksliste umfasst insgesamt 28 Namen, damit ist den Grünen gelungen, nach SPD und CDU die längste Liste zu präsentieren. Vorstandsprecher Robert Klein: „ Wir haben jetzt eine sehr gut durchmischte Bezirksliste mit vielen engagierten Frauen, Kandidatinnen aus allen Stadteilen und von einer angehenden Abiturientin bis hin zu Gründungsmitgliedern der Grünen.“

Und auch von den beiden Spitzenkandidaten gibt es erste Absichtserklärungen. Britta Hermann: „Ich möchte unseren Blick in Zukunft noch mehr für die Harburger Jugendhilfe schärfen. Harburg hat hier Nachbesserungsbedarf und steht vor großen Herausforderungen insbesondere im Hinblick auf die strukturellen Veränderungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie dem Schulwesen.“ Und Kay Wolkau sagt: Wir stehen für eine moderne Verkehrspolitik, für eine offene, vielfältige Gesellschaft und für eine lebenswerte, soziale und nachhaltige Stadtentwicklung in Harburg. Die Beteiligung der Harburgerinnen und Harburger bei wichtigen Entscheidungen ist für uns dabei oberstes Gebot.“

Der Blick auf die Direktkandidaten in den einzelnen Wahlkreisen, in denen die Bewerber der kleineren Parteien eher geringe Chancen haben, birgt ebenfalls die eine oder andere kleine Überraschung. Positiv auf jeden Fall: Die Grünen haben es im Gegensatz zu anderen kleinen Parteien geschafft, in allen acht Wahlkreisen Kandidaten aufzustellen.

Im Wahlkreis 1 (Harburg/Neuland/Gut Moor) kandidieren jeweils in dieser Reihenfolge
Robert Klein und Elias Mugendi, im Wahlkreis 2 (Wilstorf) Isabel Wiest und Helga Gerecke, im Wahlkreis 3 (Rönneburg/Marmstorf/Langenbek/Sinstorf) Heinke Ehlers, Jürgen Marek und Michael Sander, im Wahlkreis 4 (Eißendorf) Tülin Akkoc, Ingo Schröder und Parvin Schröder, im Wahlkreis  5 (Heimfeld) Britta Hermann, Kay Wolkau, Susanne Wrona und Rainer Diestelhorst, im Wahlkreis 6 (Neugraben/Fischbek-Ost/Moorburg/Altenwerder/Francop/Neuenfelde/Cranz) Gudrun Schittek und Zoey Prigge, im Wahlkreis 7 (Hausbruch) Eva Benirscke
und Daniel Völkoi und im Wahlkreis 8 (Neugraben/Fischbek-West) Heinz Peter Lemm und Julia Carmesin. Lemm ist in der Harburger Bezirkspolitik kein Unbekannter. Er war schon mal Distriktsvorsitzender der SPD Neugraben-Fischbek und SPD-Bezirksabgeordneter, er vertrat aber auch die FDP im Kulturausschuss. Julia Carmesin wiederum ist Gründungsmitglied der Grünen. leo