140117WieseHarburg – Der Marsch der Fuß-Truppen durch die Harburger SPD-Institutionen ist vorerst gestoppt. Im Distrikt Harburg-Mitte mussten sie mehrere empfindliche Schlappen hinnehmen.

Schon vorher war heftig spekuliert worden. Innerhalb eines Jahres hatte es 46 neue Mitglieder gegeben, überwiegend Migranten. Ob wirklich alle Beiträge gezahlt haben, wurde bisher nicht geklärt. Immerhin verhalfen sie aber den Harburger Genossen  zu bescheidenem bundesweiten Aufsehen: Unter den insgesamt 12.5000 Distrikten lag Harburg-Mitte mit 46 Eintritten auf Platz sechs.

In erster Linie sollten die Neuen aber helfen, die Machtverhältnisse in Harburg auf den Kopf zu stellen – angestiftet und geführt vom Bezirksabgeordneten und Ober-Drahtzieher Torsten Fuß und seinem Kampfgenossen Michael Ulrich, Ex-Bezirksamtsleiter und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Migration und Vielfalt“. Die erfolgreiche Bundestagskandidatur von Metin Hakverdi war der erste Streich, einer der nächsten war die Beschädigung des langjährigen Fraktionsvorsitzenden in der Bezirksversammlung Jürgen Heimath. Er sollte als Spitzenkandidat des Wahlkreises Harburg/Neuland aufgestellt werden, aber Martin Semir Çelik, Freund und Geschäftspartner von Ulrich, kandidierte gegen ihn und gewann mit Hilfe einer Reihe von Neumitgliedern.

Gegen Heimath zu kandidieren war das gute Recht von Çelik, bei vielen Genossen kam das aber überhaupt nicht gut an. Eine Woche später besuchten doppelt so viele Genossinnen und Genossen die Distriktversammlung, Heimath holte in jeder Abstimmung (es ging um die Delegierten für diverse parteiinternen Wahlen) Traumergebnisse, Çelik wurde hingegen abgestraft – auch als er Nachfolger des nicht wieder kandidierenden Distriktsvorsitzenden Horst Krämer werden wollte. Er unterlag Aziz Aygün deutlich.

Im Distrikt Harburg-Süd setzte sich der Bürgerschaftsabgeordnete Sören Schumacher wieder als Distriktsvorsitzender durch, obwohl er auf der „Abschussliste“ der Fuß-Truppen steht und nicht wieder als Kandidat für die Bürgerschaft nominiert werden soll. So wird es jedenfalls in der Harburger SPD kolportiert.

In Neugraben-Fischbek, dem mitgliederstärksten Harburger Distrikt, wurde der Bezirksabgeordnete und stellvertretende Kreisvorsitzende Arend Wiese mit mehr als 70 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Vorher hatte es Gerüchte gegeben, dass er durch Henning Reh abgelöst werden sollte. Doch der trat gar nicht gegen Wiese an, kandidierte als Vize, zog aber gegen Holger Böhm und Barbara Lewy den Kürzeren. ag