131210FischerHornungHarburgRalf-Dieter Fischer ist in der Harburger CDU weiterhin unangefochten die Nummer eins. Und danach? Die aktuellen Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver

und André Trepoll, aber auch der von den Wählern vorübergehend ruhig gestellte Ex-MdBü Harald Krüger haben da sicherlich eine klare Meinung zu. Eine Betrachtung innerhalb der Bezirksgrenzen sieht indes den Marmstorfer Rainer Bliefernicht zurzeit als den Vize von Fischer.

Das spiegelt sich auch auf der CDU-Bezirksliste für die Wahlen im Mai wieder. Fischer ist auf Platz eins gesetzt, dahinter als zweiter Mann Bliefernicht. Dazwischen mit Antje Jaeger noch eine weitere Vertreterin der CDU Süderelbe, also Fischers Heimatrevier. Für den Kreisvorsitzenden muss sich diese Platzierung fast zwangsläufig angeboten haben: Ein Drittel der Kandiaten sollen bei der CDU Frauen sein, außerdem hatte Zahnärztin Antje Jaeger bei der letzten Wahl ein hervorragendes persönliches Ergebnis. Außerdem macht sich das auch für die CDU gut: auf den Spitzenplätzen abwechselnd ein Mann, eine Frau, ein Mann.

Spätestens jetzt auf Platz vier könnte man Michael Hagedorn erwaretn. Der ehemalige Postdirektor und stellvertretende Vorsitzende der Bezirksversammlung ist in Harburg ein „well respected man“. Hagedorn genießt hohes Ansehen, auch er glänzte bei der letzten Bezirkswahl mit einem Top-Ergebnis. Trotzdem taucht er auf der Bezirksliste nur auf Pl z sechs auf. Das wird den Neuländer enttäuschen, es ist aber nicht seine Art, dies öffentlich kund zu tun. Fischer macht sich offenbar keine Sorgen um die politische Zukunft von Hagedorn: „Ich geh davon aus, dass er wieder ein hervorragendes persönliches Ergebnis erzielt.“ Wir Hagedorn gewählt, ist er wieder ein Kandidat für das Präsidium der Bezirksversammlung – ein Posten, auf den Ralf-Dieter Fischer zumindest mittelfristig auch Ambitionen nachgesagt werden.

Hagedorn also auf Platz sechs, dafür sind die „Nachwuchskräfte“ der Harburger CDU, Florian Klein (35) und Martin Hoschützky (51) auf die Plätze vier und fünf gesetzt worden. Fischer: „Sie waren fleißig, und das muss belohnt werden.“ Auf den weiteren Plätzen: Martina Schneider, Marco Neuwirth, Brit-Meike Fischer-Pinz und Birgit Przybylski.

Klar ist: Die Wähler können jeden beliebigen Kandidaten, jede beliebige Kandidatin nach vorne bringen. Das ist ja genau eine der Kernforderungen des neuen Wahlrechts. Allerdings sind die meisten Kandidaten in der Öffentlichkeit ziemlich unbekannt, so dass viele statt einzelne Kandidaten einfach ihre Partei ankreuzen. Und dann ist die Reihenfolge auf der Bezirksliste der Parteien doch entscheidend. Übrigens: Die CDU-Bezirksliste mit allen Platzierungen war parteiintern schon vorher bekannt und wurde am Montagabend ohne Gegenkandidaten oder Kampfabstimmungen beschlossen.

Vier CDU-Bezirksabgeordnete werden mit Sicherheit in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr dabei sein. Carola Günther und Treeske Fischer verzichten aus beruflichen Gründen, Siegfried Bonhagen aus Altersgründen („Irgendwann ist mal Schluss“) und Fraktionsvize Ernst Hornung aus gesundheitlichen Gründen. ag