131106BliefernichtUldallRönneburg –  Dass der große Saal im Schützenhof Marmstorf bei der vorweihnachtlichen Traditionsveranstaltung „Politik trifft Grünkohl“ jedes Mal brechend voll war, kannte man ja

schon. Der Schützenhof ist dicht, aber auch in der Diaspora, im Rönneburger Hof, war es richtig voll. 160 Gäste hatten sich angemeldet, mindestens 190 waren gekommen.

Woran lag das? Als Stargast war Bundesumweltminister Peter Altmaier angekündigt, das zieht natürlich! Dass das eine Luftnummer des Marmstorfer CDU-Chefs Rainer Bliefernicht sein könnte, glaubte niemand. Erstens ist das nicht Bliefernichts Art, zweitens hatte Bliefernicht  vor einem Jahr mit einem Auftritt der CDU-Frohnatur Wolfgang Bosbach gelockt. Und der war tatsächlich gekommen.

Und doch ahnten die meisten, dass Altmaier nicht kommen würde. Die Große Koalition walzt alles nieder. Auch Grünkohl-Termine. Und trotzdem kamen mindestens 190. Lag’s am Grünkohl? Der war wirklich erstaunlich lecker, Kompliment an die Küche! Aber das wusste ja keiner vorher.

Lag es an Gunnar Uldall? Dem Ersatzmann? Er war lange Zeit Bürgerschaftsabgeordneter, dann saß er im Bundestag, die meiste Zeit noch in Bonn. Schließlich war er noch Wirtschaftssenator in Hamburg. Ein verdienter Politiker, die große Zugnummer ist er allerdings kaum.

Oder sollte es tatsächlich Rainer Bliefernicht sein, der die Leute hinter dem Ofen hervorlockt? Egal wohin? Auch raus aus Marmstorf? Hat der König von Marmstorf überall Heimspiel? Darüber gibt’s auch in der CDU unterschiedliche Ansichten.

Zu Beginn von „Politik triff Grünkohl“ begrüßt Rainer Bliefernicht traditionell jeden einzelnen Wichtigen, vom Sportvereinsvorsitzenden bis zum Präsidenten des Bäcker-Weltverbands. Das kann dauern, ist aber auch spannend, weil die Stärke des Beifalls für jeden einzelnen wichtigen Aufschluss über seine „Zugkraft“ gibt. Und da gab es nach dem höflichen Beifall für den Altmaier-Ersatz einen klaren Sieger. Und der hieß Johannes „JoJo“ Tapken, amtierender Schützenkönig von Marmstorf.

Und die politische Botschaft des Abends? Sie ist schnell erzählt: Bliefernicht forderte seine mindestens 190 Gäste auf, am 25. Mai 2014 zur Europawahl zu gehen. Und Uldall gab einer Großen Koalition schon mal ein paar Vorschusslorbeeren mit auf den Weg: „Es gibt viel zu tun. Sie kann es schaffen.“ ag