131101seehafenHarburg – Die Harburger Seehäfen sollten bleiben wie sind und nicht für Planspiele der Stadtentwickler herhalten. Das ist das Fazit von Arnold G. Mergell,

Geschäftsführer der HOBUM Oleochemicals GmbH und Vorstandsmitglied des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden. Er hatte auf Antrag der Fraktion Die Linke im Stadtplanungsausschuss die Perspektiven der Seehäfen aus Sicht der Industrie geschildert.

„Der Charme unserer Seehäfen ist die Abgrenzung“, sagte Mergell. Der Ziegelwiesenkanal müsse auch in Zukunft die klare Trennungslinie zwischen Industrie und Stadt sein. Überlegungen, Flächen im Seehafengebiet für Büros oder gar Wohnungen zu nutzen, seien „brandgefährlich“. Unternehmen wie Cargill hielten weltweit Standorte, und wenn irgendwo einer der Standorte in Frage gestellt werde, würde er womöglich schnell aufgegeben.

Hinzu käme, dass die meisten Flächen in den Seehäfen in Privathand seien, wenn überhaupt, würden sie bevorzugt von privat an privat verkauft werden. Zudem habe ihm Wolfgang Hurtienne, Chefstratege der Hamburg Port Authority (HPA), erklärt, dass die Hafenverwaltung kein Interesse an der Entwicklung der Harburger Seehäfen habe.

Der Wirtschaftsverein selbst hatte den Stein ins Wasser geworfen, der auch Harburgs Chefstadtplaner Carl-Henning von Ladiges zu ersten Überlegungen zur Zukunft der Seehäfen motiviert hatte. In seiner Vision Harburg 2020/2050 hatte er Möglichkeiten zu einer anderen Nutzung angedeutet. Inzwischen ist die Vision weiterentwickelt worden, jetzt wird von einer anderen Nutzung als Standort für Industriebetriebe Abstand genommen. Mergell: „Unsere Vision ist ein dynamischer Prozess. Wir lernen ständig dazu.“

Antragsteller Klaus Lübberstedt von der Linken begrüßte Mergells Aussagen: „Wir sehen das genauso. Die Industrie-Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben.“ ag