131021DemoHarburg – Die Siedler aus Wetternstraße, Wetternstieg, Zehntland und Flutende bekommen diese Woche Besuch. Nachdem sie sich entschieden haben, die alte Post

am Harburger Bahnhof als Zentrale Aufnahmestation für Flüchtlinge zu nutzen, wollen SPD-Politiker nun auch mit den künftigen Nachbarn der Einrichtung reden.

Heute kommen zunächst drei Bezirksabgeordnete, Donnerstag will sich – wenn nichts dazwischenkommt –  Innensenator Michael Neumann mit den Sprechern der Bürgerinitiative treffen.

Die Siedler sind wild entschlossen, sich nicht mehr mit guten Worten und Versprechungen abspeisen zu lassen, die dann doch nicht eingehalten werden. Sonntag mittag haben sie sich zu einer Spontandemo in der Siedlung getroffen. Obwohl die „Vorwarnzeit“ nur kurz war, kamen mehr als 50 Siedler.

Beeindruckend dabei: Obwohl es immer wieder Ärger mit den Bewohner der Unterkunft Wetternstraße gibt, war während  der Demo kein einziges fremdenfeindliches Wort zu hören. Stattdessen immer wieder: „Wir wollen hier alle friedlich leben.“  Und: „Natürlich müssen wir die Flüchtlinge bei uns aufnehmen und ihnen helfen.“ Aber auch: „Nehmt uns endlich auch ernst!“ Und vor allem immer wieder: „Haltet endlich Wort!“

Was wollen die Siedler eigentlich? „Wir wollen, dass alles was am Runden Tisch verabredet wird, auch wirklich umgesetzt wird“, sagt BI-Sprecherin Iwona Mazurkiewicz. Dazu gehöre, dass der Wachdienst auch wirklich präsent ist. Und dass endlich wirksame Maßnahmen gegen „Fremdschläfer“ und Drogendealer unternommen werden. Und dass die Polizei aufhört, die ständigen Zwischenfälle in irgendwelchen Statistiken kleinzurechnen. Und dass die Unterkunft Wetternstraße – wie fest zugesagt – umgebaut wird. Damit dort endlich mehr Familien und nicht nur alleinstehende Männer untergebracht werden. ag