130619HarburgerHarburg – Traurig: Trotz eines Facebook-Aufrufs war nur eine Handvoll Unterstützer für die älteste Hamburger Tageszeitung ins Rathaus Harburg gekommen – darunter der Fotograf

Peter Noßek und der ehemalige Bezirksabgeordnete Peter Schindler (Schill-Partei).

CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer hatte das bevorstehende Aus der Harburger Anzeigen und  Nachrichten zum Anlass genommen, die „Harburger Medienlandschaft“ als Thema für die Aktuelle Stunde der Bezirksversammlung anzumelden.

Noßek und seine Mitstreiter platzierten sich im großen Sitzungssaal des Rathauses hinter den Abgeordneten  und hielten ein Transparent mit der Aufschrift „Rettet eure Tageszeitung!“ in die Höhe – wurden aber gleich vom Vorsitzenden der Bezirksversammlung, Manfred Schulz (SPD), aufgefordert, das Transparent zu entfernen. Das verlange die Geschäftsordnung der Bezirksversammlung.

Inhaltlich blieben die kurzen Statements der Politiker blass. Was sollten sie außer ein paar Solidaritätsbekundungen und dem Jammer über den Verlust einer Lokalzeitung auch sagen? An der Entscheidung der Verlagsleitung werden sie nichts mehr ändern können.

Die Harburger Anzeigen und Nachrichten hatten nach Aussagen ihre Verlagsgeschäftsführers Thorsten Römer einen überdurchschnittlichen Auflagenverlust hinzunehmen. Laut den Zahlen der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) lag die verkaufte Auflage im ersten Quartal 2013 bei 12.610 Exemplaren, ein Jahr zuvor bei 13.700 und zwei Jahre zuvor bei 14.685.

Auf Antrag der SPD-Fraktion forderte die Bezirksversammlung die beteiligten Verlage auf, „erkennbare Bemühungen“ zu zeigen, die HAN-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in anderen Objekten unterzubringen. ag