130607SPDHarburg – Gartengrill gegen „Kampa 2013“. Das ist nach all der Regenflut ein ungleicher Kampf. Und so fanden sich vor dem „Feuervogel“ im Phoenix-Viertel zunächst

nur knapp zwei Dutzend Polizeibeamte, Journalisten, Sicherheitsleute, ein paar altgediente SPD-Granden und mehrere Genossinnen und Genossen ein.

Diese hofften, ein Gruppenfoto mit „unserem Bürgermeister“ Olaf und Ex-Bürgermeister-Hans-Ulrich Klose Nachfolgekandidat Metin Hakverdi könnte ihren politischen Lebenslauf schmücken. Dazu gesellten sich zwei schwere schwarze 7er BMW, die sich im Fußgängerbereich breit machten. Primi inter pares eben. Die Türen öffneten sich, und zwei Chauffeure standen sichtlich entspannt herum.

„Olaf und Metin kommen zu Fuß“, raunte ein Genosse mit Handy. Sie seien gerade bei Toro losgegangen. Vom Gloria-Tunnel zum Feuervogel, na ja, ein paar Minuten wird’s noch dauern. Ex-Bezirksamtsleiter Michael Ulrich und Ex-Bürgerschaftsvizepräsident Dr. Hans-Joachim Meissner vertieften ihr Gespräch.

Dann kommen Scholz und Hakverdi samt Tross, Aufstellung zum Gruppenfoto mit den aktuellen Harburger Bürgerschaftsabgeordneten, direkt hinter dem Ersten Bürgermeister steht „Togo-Frank“. Da war doch was...

Rein in den Saal, rund 60 Gäste, davon geschätzt zwei Drittel mit rotem Parteibuch. Lohnt sich der Aufwand für vielleicht 20 Nicht-Genossen? Bei dem Wetter würde er auch lieber irgendwo in der Sonne sitzen, gesteht Scholz und spult dann doch routiniert seine zwei Essentials runter: Wohnungsbau und Bildung. Aus seinem Mund klingt das immer gut, das kann er wirklich!

Dann stellt sich Hakverdi noch einmal vor. Da kennt man eigentlich alles, auch seine leicht zurückhaltende, jungenhafte Art, der nette Schwiegersohn von nebenan. Damit hat er allerdings noch deutlich mehr Profil als draußen auf den Plakaten, deren Farben nicht regenfest waren, sodass der  Kandidat immer blasser wird. Aber das ist draußen.

Hier im „Feuervogel“ spricht ein Aufsteiger, so sagt er selbst: „Mein Vater ist 1955 aus der Türkei gekommen, meine Mutter stammt aus Mecklenburg-Vorpommern. Sie waren sich schnell einig, dass sie aus ihrem Leben was machen wollen. Ich hab dann Abi gemacht, und auch studiert. Damit war ich der Erste in unserer Familie. Ich bin der Aufsteiger.“

Schon nach einer Viertelstunde gehen die ersten Gäste. Der Grill wartet. Einer, der sich vorher schon als „Thomas“ („mal mit h, mal ohne h“) vorgestellt hatte, meldet sich und entwickelt – mit mäandernder Semantik –  die These, die TU Harburg habe bei der „Werft in Finkenwerder und bei Reynolds“ (gemeint waren wohl Sietas und die Alu-Werke) kläglich versagt. Bevor er eine Frage formulieren kann, unterbricht ihn Moderatorin und MdBü Dr. Melanie Leonhard hart, aber fair und lässt Hakverdi und Scholz die Hamburger Industrie und besonders Airbus loben.

Hatte jemand anderes erwartet? Wahlkampf ist jetzt überall, nicht nur bis Ende September! Nein, vermutlich durchgehend bis 2015! Nach der Bundestagswahl stehen im kommenden Jahr die Europawahl und die Wahl zur Bezirksversammlung an, im Jahr darauf dann wieder die Bürgerschaftswahl. Das kann ja heiter werden! ag