130111WolkauHarburg - Es ist zu laut in Harburg. Der zunehmende Verkehrslärm macht die Menschen krank. Das geschieht nicht von heute auf morgen, der Prozess ist schleichend. Es fängt mit Unwohlsein, Nervosität und Gereiztheit an,

später wird dann plötzlich Bluthochdruck festgestellt. Dass mehr Menschen an Hauptverkehrsstraßen einen Herzinfarkt bekommen, wird längst nicht mehr bestritten.

 

Da alles ist nicht neu. Schon vor rund zehn Jahren hatte die EU die europäischen Kommunen aufgefordert, einen Aktionsplan vorzulegen. Hamburg hat das erledigt, allerdings mit ein paar Jahren Verspätung. Vor allem aber ist das Ergebnis enttäuschend: Bisher gibt es nur den Vorschlag, drei Abschnitte der Moorstraße, der Winsener Straße und der Buxtehuder Straße ein wenig leiser zu machen. Dabei wird in allen drei Bereichen vor allen nachts der zulässige Lärmpegel weit überschritten.

Die Fraktion der Grünen in der Bezirksversammlung will jetzt Druck machen. „Die reine Veröffentlichung des Lärmaktionsplans reicht nicht aus“, sagt Fraktionsvize Kay Wolkau. Es müsse jetzt konkrete, einfach umzusetzende Anordnungen geben. Mehr noch: Die Grünen wollen auch die Bremer Straße und den Straßenzug Jägerstraße/Vogteistraße im Aktionsplan ganz weit vorne sehen. Dort soll der Schwerlastverkehr nicht nur eingebremst werden, aus der Jägerstraße/Vogteistraße soll er möglichst ganz vertrieben werden.

Das alles reicht Wolkau noch lange nicht. Es gibt Grenzwerte, und die müssen eingehalten werden. Wenn in irgendeiner Straße in Harburg der nächtliche Grenzwert von 60 Dezibel überschritten werde, müsse dort nicht nur Tempo 30 angeordnet werden, die Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenze müsse auch durch verschärfte Kontrollen überwacht werden – und zwar nicht nur wie bisher üblich an Unfallschwerpunkten.