121102VoelschHarburg - Bezirksamtsleiter Thomas Völsch hat wahrscheinlich einen Doppelgänger. Jetzt ist zumindest amtlich festgestellt worden, dass der frühere stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion und der heutige Chef des Harburger Rathauses zwei unterschiedliche Personen sind – obwohl beide öffentlich unter dem gleichen Namen auftreten. Es ist dem CDU-Kreisvorsitzenden Ralf-Dieter Fischer zu verdanken, dass er diesem Verwirrspiel nun endlich ein Ende bereitet hat.

Fischer hatte sich vor ein paar Wochen wegen einer „sehr ansteckenden“ Krankheit für einige Zeit völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, die Zeit aber genutzt, Akten zu studieren. Dabei ist er auf das Zitat eines gewissen Thomas Völsch gestoßen. Als SPD-Fraktionsvize in der Hamburgischen Bürgerschaft  hatte Völsch im Juni 2011 niedersächsischen Landes- und Kommunalpolitikern zugesagt, sich für den Bau einer Ortsumgehung Rübke auf Hamburger Gebiet einzusetzen.

Da nun die Pläne für die A26 auf Hamburger Gebiet tatsächlich vorankommen, wollte Fischer einfach mal wissen, was aus der Zusage von Völsch geworden ist. Immerhin wäre eine Ortsumgehung für das niedersächsische Rübke auf Hamburger Gebiet eine kleine Sensation. Gelebte Metropolregion! Fischer stellte also eine Kleine Anfrage an das Bezirksamt. Wie steht es mit der Zusage? Hat Völsch vielleicht sogar schon eine genaue Trasse im Auge? Und noch ein paar Fragen mehr.

Wenn die heute-show auch lokale Themen aufgreifen würde, hätte Oliver Welke mit der Antwort auf die Anfrage von Fischer einen tollen Stoff für die nächste Sendung. Völsch hätte ganz locker bleiben und zum Beispiel sagen können, er sei in der Sache nicht so recht weitergekommen. Oder er habe zurzeit Wichtigeres zu tun. Aber er hat so geantwortet: „Das Bezirksamt sieht aus grundsätzlichen Erwägungen davon ab, Anfragen zu vermeintlichen oder tatsächlichen Äußerungen Dritter, einschließlich aktiver oder ehemaliger Mitglieder der Bürgerschaft zu beantworten.“

Dritter? Häh? Wer ist hier Dritter? Ein anderer Thomas Völsch? Hätte es diesen anderen Völsch nicht gegeben, hätte Bezirksamtsleiter Völsch nämlich antworten müssen: „Aus grundsätzlichen Erwägungen sage ich nichts zu dem, was ich früher gesagt habe.“ Oder: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?“ Das klingt allerdings nicht so gut, ist aber eigentlich das Gleiche! ag