121024GalgenMoorburg - Der Protest der Anwohner über die Unterbringung der Ex-Sicherungsverwahrten in Moorburg nimmt immer heftigere Züge an. Dort wurde aus Protest gegenüber der Entscheidung des Senats, ein Galgen in

einem Garten aufgestellt. Auch wenn wohl alle Moorburger gegen den Einzug der Ex-Sicherungsverwahrten sind, der Ende des kommenden Monats erfolgen soll, geht der Galgen vielen deutlich zu weit. Sie finden die Protest-Aktion, bei der sich endgültig der Frust über die SPD-Entscheidung entlädt, einfach nur geschmacklos. Als ein älterer Anwohner den Galgen während eines Polizei-Einsatzes am Dienstag entdeckte, griff er kurzerhand zur Säge und entfernte diesen. Laut Polizei soll es sich um den Grundstückseigentümer gehandelt haben. Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Galgen gibt es nicht. Laut Polizei ist es keine Straftat.

 

Der Mann, der den Galgen platzierte, fühlt sich missverstanden. Er setzte sich mit harburg-aktuell.de in Verbindung und schrieb: "Der Galgen soll, nicht wie im Fernsehen (gemeint ist ein Beitrag auf Hamburg1; Anm. d. Red.) vermutet, zum Ausdruck bringen, dass ich die ehemaligen Sicherungsverwahrten an den Galgen wünsche. Ich wehre mich vehement gegen diese Behauptung." Der Mann schreibt weiter: "Die Aktion sollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass der Ort systematisch durch Ereignisse wie die Hafenquererweiterung, das Kohlekraftwerk, die Schlickdeponie, der Hafenquerspange und nun der Unterbringung der ehemaligen Sicherungsverwahrten, unter den Galgen gebracht wird." Unabhängig davon was der Anwohner mit dem Galgen signalisieren wollte, die Aktion zeigt: Die Stimmung in Moorburg ist auf dem Tiefpunkt angekommen und hat sich längst von Frust in Wut verwandelt. (pw)