121009RaDiFiHarburg - Wenn drei sich streiten, freut sich der Vierte! Darauf hofft zurzeit der Harburger CDU-Kreisvorsitzende Ralf-Dieter Fischer. Er hat gerade eine „ziemlich aggressive“ Infektionskrankheit überstanden und

beobachtet nun  „genüsslich“ das Kandidatenrennen der SPD. Metin Hakverdi, Frank Richter und Ingo Egloff wollen gerne den Erbhof im Hamburger Süden übernehmen und Nachfolger von Hans-Ulrich Klose werden.

Eigentlich ist der Wahlkreis Harburg, Bergedorf, Wilhelmsburg für die „Sozis“ eine sichere Bank, vielleicht gibt es aber gerade deshalb mehrere Bewerber. Und je erbitterter die Kandidatenkür ausgetragen wird, desto schwächer ist am Ende der Sieger.

 

Kein Wunder, dass Fischer die historische Chance wittert, zum ersten Mal seit Bestehen des Bundestags in Hamburg südlich der Elbe ein Direktmandat zu gewinnen. „Deshalb warten wir jetzt in Ruhe ab, wen die SPD am 7. Dezember kürt“, sagt Fischer. Das hätten die drei Kreisvorsitzenden aus Harburg, Bergedorf und Mitte so vereinbart. Erst danach werde sich die CDU entscheiden, sie wolle einen „maßgeschneiderten“ Gegenkandidaten stellen. Und das sei auch der einzige Grund, warum sich mögliche Kandidaten aus den Reihen der CDU zurzeit so bedeckt halten. Fischer: „Wer jetzt aus der Deckung kommt, hat schon verloren.“ Hat er selbst Ambitionen? Die Frage hatte Fischer schon vor Monaten mit einem klaren Nein beantwortet. Ob er sich damit nur geduckt hatte, um ja nicht als möglicher Kandidat aufzufallen, blieb offen.

Sollte Fischer in Deckung gegangen sein, wäre er dort nicht allein. Neben ihm hocken sicher André Trepoll und Rainer Bliefernicht, vielleicht auch DRK-Chef Harald Krüger und Birgit Stöver, die sich allerdings hinter ihren drei Kindern ganz klein macht. Sie alle  starren aus ihrer Deckung nach Norden, genauer gesagt nach Wilhelmsburg, und beobachten jede Bewegung der Ex-Senatorin Herlind Gundlach. Ist sie vielleicht die Kandidatin, die in allen drei Bereichen des Wahlkreises einen Namen hat?

„Vielleicht sieht die SPD ja auch ein, dass ihre drei Bewerber nicht sehr überzeugend sind“, sagt Fischer. „Und zaubert noch ein politisches Schwergewicht als würdigen Nachfolger von Herbert Wehner und Hans-Ulrich Klose aus dem Hut. Und dann heißt der Kandidat plötzlich Peer Steinbrück. Der betont doch immer, dass er Hamburger ist.“ ag