090929DuweHarburg - Die FDP hat der CDU das Direktmandat versaut. Das findet CDU-Bundestagskandidat Wolfgang Müller-Kallweit. "Es wäre taktisch klug gewesen, wenn wie von der Bundes-FDP, auch hier eine Zweitstimmenkampagne gefahren worden wäre", sagt Müller-Kallweit. Denn realistisch hatte FDP-Kandidat Kurt Duwe nie auch nur den Hauch einer Chance das Direktmandat zu gewinnen. "Es wäre sinnvoll gewesen dazu aufzufordern die Erststimme dem CDU-Kandidaten zu geben. Direktmandate werden fast immer unter den beiden großen Parteien ausgemacht", so Müller-Kallweit. "Mit mehr Realismus hätte die FDP das bürgerliche Lager stärken können."
Hätten tatsächlich alle FDP-Wähler den CDU-Kandidaten mit der Erststimme gewählt, wäre Müller-Kallweit Bundestagsabgeordneter geworden. So ist es SPD-Urgestein Hans-Ulrich Klose, der für den Wahlbezirk nach Berlin geht.
Duwe weist die Kritik zurück. Er könne ich zwar den Wunsch persönlich nachvollziehen, muss ihn inhaltlich aber vehement zurückweisen. "Wenn die CDU in ihrem Wahlkampf beide Stimmen erzielen will, muss sie das aus eigener Kraft auch schaffen", meint Duwe. "Warum sollte die FDP zur Erststimmenwahl für die CDU aufrufen, wenn es keine entsprechende Empfehlung an CDU-Wähler gibt, die Zweitstimme der FDP zu geben."
Die Liberalen hätten im Wahlkreis Harburg-Bergedorf ein historisch zu nennendes Ergebnis erzielt und sowohl Grüne als auch die Linke bei den Zweitstimmen hinter uns gelassen. Das konnte nur auf der Basis eines soliden Erststimmenergebnisses erreicht werden.
Duwe selbst schnitt unterdurchschnittlich ab. Nur 7,6 Prozent der Wähler wollten ihn nach Berlin schicken. Damit liegt sein Ergebnis 4,2 Prozent unter dem Zweitstimmenanteil der FDP. Das ist von allen Direktkandidaten das schlechteste Ergebnis. (zv)