CDUSPDHarburg-1Harburg - Das war für den Kreisverband der SPD die schwerste Schlappe seit Genossengedenken. „Das war eine derbe Niederlage“, sagt SPD-Kreischef Frank Richter. „Da gibt es nichts zu beschönigen.“ Im Schnitt verlor die Partei

 in den Stadtteilen im Bezirk Harburg über zehn Prozent ihrer Wähler. Besonders dicke kam es in Sinstorf. Das Minus lag bei 16,5 Prozent. Auch in Wilstorf (-15,3 Prozent)und in Harburg (-13,5 Prozent) waren die Verluste besonders hoch. Vergleichsweise glimpflich kamen die Genossen in Neuland/Gut Moor weg. Dort verloren sie „nur“ 7,6 Prozent ihrer Wähler. Allerdings ist der Stadtteil von der Anzahl der Wahlberechtigten eher unbedeutend. Man könne nur dankbar sein, dass Hans-Ulrich Klose den Wahlkreis gewonnen hat. Für die Verluste macht Richter die Bundes-SPD verantwortlich. „Die Leute haben ein sehr feines Gespür“, sagt er. In Brandenburg hätte sich an dem Ergebnis gezeigt, dass sehr genau zwischen der Landtagswahl und der Bundestagswahl unterschieden wurde. „Ich bin mir sicher, dass das Ergebnis für uns anders ausgesehen hätte, wenn es eine Bürgerschafts- oder Bezirkswahl gewesen wäre“, meint Richter. Personelle Konsequenzen wird es in Harburg bei der SPD nicht geben. Richter: „Wir hatten keine Sondereffekte wie in Eimsbüttel. Deshalb gibt es keinen Anlass für solche Veränderungen.“
Die CDU konnte das Disaster der SPD nicht ausnutzen. Auch sie verlor fast überall Stimmen. Erfreulich für die Christdemokraten: Im Wahlbezirk sind sie nach dem dramatischen Absturz der SPD erstmals fast auf Augenhöhe. Seit 1965 landete die CDU immer weit abgeschlagen. 1972 und 1980 hatte die SPD bei Bundestagswahlen mehr als doppelt so viele Stimmen wie die CDU erringen können. Bis 2005 war das schlechteste Ergebnis der SPD immer noch besser als das beste Wahlergebnis der CDU im Wahlbezirk gewesen. Das ist Geschichte. Jetzt liegen die Parteien nur noch 1,7 Prozent auseinander. Die gesamte Entwicklung zeigt die Grafik.
Die Linkspartei konnte in einigen Stadtteilen beachtliche Erfolge erzielen. In Harburg holte sie 16,4 Prozent. Das sind 866 Stimmen. Auffallend hohe Stimmanteile holte die Partei aber fast lediglich in Stadtteilen mit niedriger Wahlbeteiligung. Der Stadtteil Harburg ist ohnehin der Bereich der „Protestwähler“ Die Piraten-Partei errichte beachtliche 5,1 Prozent, die NPD 1,9 Prozent, was 102 Wählern entspricht. Selbst die MLDP, die in anderen Stadtteilen fast durchgängig 0 Prozent holte, kam mit zwölf Wählern auf 0,2 Prozent der Stimmen. (zv)