120523AbstimmungHarburg So viel Einigkeit gibt es in der Bezirksversammlung selten: Alle Abgeordneten, egal welcher Fraktion, wollen keinen Nazi-Aufmarsch in Harburg. Sie schlossen sich in der Aktuellen Stunde einer Resolution der Linken an. Die zentrale

Forderung: „Harburg, kein Platz für Nazis!“ Wie berichtet wollen sich am 2. Juni Rechtsradikale aus ganz Deutschland zum sogenannten „Tag der Deutschen Zukunft“ in Hamburg treffen.

Ob und wo das Treffen nun stattfindet, ist noch nicht raus. Bekannt wurde nur, dass die Veranstalter Harburg als einen der Ausweichorte benannt haben, falls sie nicht in der Innenstadt demonstrieren dürfen.

 

Klaus Lübberstedt von der Linken: „Harburg war nie ein Platz für die Nazis.“ Und er erinnerte an einige geschichtliche Ereignisse, bei denen die Harburger Widerstand gegen den braunen Mob geleistet hatten. Jürgen Heimath (SPD) fragte, ob es überhaupt einen Ort für Nazis gebe. Er kenne jedenfalls keinen. „Faschismus ist keine Meinung. Es ist ein Verbrechen“, sagte Heimath.

Jürgen Marek von den Grünen stellte fest, dass das Treffen der Rechtsradikalen kein Einzelereignis sei. Er erinnerte an die mehr als 4200 Stimmen, die die NPD bei der Wahl Anfang 2011 in Harburg bekommen hätten. Viktoria Pawlowski (FDP) plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Bildung: „Aufgeklärte Menschen sind weniger anfällig für Extremismus.“

Ralf-Dieter Fischer (CDU) schließlich erinnerte sich an sein Studium Ende der 1960er- Jahre, als er an der Hamburger Universität „mit Niederbrüllen, ja sogar Gewalt gegenüber Andersdenkenden“ konfrontiert wurde. Das habe ihn motiviert, in die Politik zu gehen, um sich für ein demokratisches Miteinander und gegen politischen Extremismus von „rechts und links“ einzusetzen. Für die Nazis hatte Fischer nur Verachtung übrig: „Das sind ja Verrückte, die da auf der Straße herumlaufen.“ mz