120426container Harburg- Für die Schüler in Hamburg sind sie längst zur Gewonheit geworden. In der Hansestadt gibt es keinen Schulhof mehr, auf dem nicht einer dieser unansehnlichen Container steht. Und das wird sich vermutlich in den nächsten Jahren nicht ändern - im Gegenteil. Laut der Schulbehörde wird sich die Anzahl der mobilen Klassenzimmer zum kommenden Schuljahr von derzeit 300 auf 459 erhöhen. Die Kosten belaufen sich dabei auf fast 20 Millionen Euro. Und das sind nur die reinen Mietkosten, die an private Unternehmen abgedrückt werden müssen, Heiz- und Stromkosten kommen noch dazu.

Den Grund für die wenig stylisch anmutenden Container erklärt Peter Albrecht, Pressesprecher der Schulbehörde: "Seit die Hamburgische Bürgerschaft vor zwei Jahren einstimmig kleinere Schulklassen beschlossen hat, haben wir mangelnde Raumkapazitäten. Und diese müssen wir nun durch 69 weitere Container beheben." Außerdem kommen noch einmal 90 Container dazu, die laut Albrecht aufgrund aktueller Baumaßnahmen notwendig sind. Geplant ist, dass diese Maßnahmen im Bezirk Harburg bis 2015 umgesetzt sind und die Schüler dann wieder in richtige Klassenzimmer ziehen können.

Auch wenn laut der Schulbehörde die 72 Quadratmeter großen Container bei den Schülern auf große Akzeptanz stoßen, haben sich längst Kritiker der mobilen Klassenräume formiert. So merkt etwa Viktoria Pawlowski, Mitglied der FDP-Fraktion in Bezirksversammlung Harburg an: "Das ist ein nicht akzeptabler Zustand. Das Lernen in Containern kann überhaupt nicht die gleiche Qualität wie in gut eingerichteten Klassenräumen haben." Außerdem meint sie: "Die hohen Mietkosten sollte man in die schnelle Umsetzungen der Baumaßnahmen investieren."

Auch Heinz Beeken von der SPD-Fraktion, findet die mobilen Klassenräume "nicht optimal", entgegnet der Kritik aber so: "Trotzdem sind sie derzeit notwendig, weil wir auch im Rahmen des Programms Hamburg-Süd keine anderen Möglichkeiten haben. Außerdem muss man die Zeitschiene sehen, in der die Maßnahmen beschlossen wurden. Mit heißer Nadel kann man eben nicht bauen, dass braucht Zeit." Fraglich scheint indes, ob  sich Harburgs Schüler nach den Sommerferien wirklich über die neuen Container freuen. (pw)