120403BeekenHarburg - Zoff im großen Sitzungssaal des Harburger Rathauses: Die Stadtplaner Moritz Möllers und Uwe Wilma hatten ihr Konzept für die Neugestaltung des Neugrabener Bahnhofsvorplatzes vorgestellt, als sich der

GAL-Bezirksabgeordnete Kay Wolkau zu Wort meldete. Wie die Kollegen aus den anderen Fraktionen wollte auch er noch ein paar Anmerkungen zum Konzept machen.

Doch SPD-Mann Heinz Beeken (Foto), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, sperrte sich: „Jetzt nicht mehr!  Die Zeit ist fortgeschritten, wir haben noch eine Menge zu tun.“

 

Wolkau ließ sich nicht einschüchtern und forderte: „Bevor jetzt der Ausschuss eine Empfehlung für die Bezirksversammlung abgibt, soll sich der Neugrabener Stadtteilbeirat noch einmal mit dem Konzept befassen.“ Immerhin sei der Bahnhofsvorplatz eines der zentralen Themen für die weitere Entwicklung Neugrabens.

Doch Beeken interessierte das nicht. Er ließ abstimmen, und tatsächlich sprach sich eine knappe Mehrheit für eine Weiterarbeit an dem vorgestellten Konzept aus. Allerdings: Das letzte Wort hat die Bezirksversammlung, sie tagt Ende des Monats. Nicht nur Wolkau ärgerte sich über die „Gutsherrenart“ des Vorsitzenden.

Der Fischbeker Jens-Uwe Lindner, der sich zum ersten Mal eine Ausschuss-Sitzung im Rathaus angehört hatte, war empört. Beim Verlassen des Saals schimpfte er: „Wenn so Politik gemacht wird, dann gute Nacht!“ Eine andere Zuhörerin aus Fischbek, die ihren Namen „lieber nicht“ nennen wollte, meinte nur: „Dieser Herr Beeken da vorne ist ganz schön arrogant.“

Schade eigentlich, dass es so viel Ärger gab. Die Ideen von Möllers und Wilma für den Bahnhofsvorplatz verdienen durchaus mehr Beachtung. „Wir wollen die Bahnhofstraße als eine der zentralen Achsen des Neugrabener Zentrums über die B73 hinaus bis zum Bahnhof erlebbar machen“, sagt Moritz Möllers. Dafür müsse nicht nur die Fußgängerbrücke attraktiver gestaltet werden, auch der Durchgangsverkehr über den Vorplatz müsse verringert werden. Das ist gar nicht so einfach, führt hier doch ein beliebter Schleichweg vorbei, um die Ampel an der Einmündung des Süderelbebogen in die Cuxe zu umfahren.

Verkehrsplaner Uwe Wilma hat allerdings ausgerechnet, dass die Kreuzung an der Cuxhavener Straße überlastet wäre, würde man den Schleichweg einfach sperren. Wilma: „Wegen der vielen Fußgänger und Radfahrer kommen jeweils nur vier bis fünf Rechtsabbieger pro Ampelphase durch.“ Sein Kompromissvorschlag: Die Straße Am Neugrabener Bahnhof wird als Einbahnstraße Richtung stadtauswärts eingerichtet. Später, wenn eines Tages die A26 für spürbare Entlastung sorge, könne man den Schleichweg ganz dicht machen. mz