111005wetternstraße4 Harburg- Die Bürgerinitiative "Siedlung Wetternstraße, Wetternstieg, Zehntland und Flutende" macht jetzt richtig Druck. Die 50 Mitglieder, größtenteils Anwohner, wollen unbedingt die Erweiterung der Wohnunterkunft "fördern und wohnen" verhindern. In den Gebäuden und

Pavillions der Einrichtung wohnen derzeit rund 170 Menschen, die sich aus wohnunglosen Männern, Flüchtlingen- und Asylbewerbern, Menschen mit geistigen Behinderungen sowie Suchterkrankten zusammensetzten. "Wir haben Angst", so Peter Sanno, der mit seiner Frau Antje in der Wetternstraße wohnt. Das Ehepaar sorgt sich zunehemend um die Sicherheit in der Wohngegend. "Auf der Straße wird rumgebrüllt und Müll hinterlassen." Das aber empfindet der Rentner noch als geringstes Übel. "Bei mit wurde am hellichten Tage eingebrochen. Fünf Uhren, davon sehr teure und drei Manschettenknöpfe wurden gestohlen." Anzeige habe er erstattet, gefasst wurden die Täter bis heute nicht. "Der Sohn eines Nachbars, der in der Gegend die Zeitung austrägt, wurde zusammengeschlagen." Seit die Probleme in der Siedlung gewachsen sind, gebe es mehr Polizeipräsenz. In den ganzen Jahren haben die Anwohner gelernt mit den Bewohnern der Einrichtung zu leben, "aber jetzt noch mehr Menschen in dem dicht besiedelten Wohngebiet unterzubringen, geht einfach nicht", klagt Antje Sanno.

"Gegen die geplante Erweiterung von 170 auf 300 Unterbringungsplätze werden wir definitiv etwas unternehmen", sagt Iwona Mazurkiewicz, Sprecherin der Bürgerinitiative. Außerdem möchten die Anwohner eine Neubebauung der Straße Zehntland, auf der mehrere Reihenhäuser der Saga stehen, erreichen. Die Häuser sind stark heruntergekommen, eingeschlagenen Scheiben, zugewachsene Dächer und sanierungsbedürftige Fassaden prägen das Bild. Sanno meint: "Hier wird einfach nichts gemacht, alles ist kaputt und alt. Die Gebäude kann man abreißen." Ein alter Abstellplatz für Autos ist voller Müll und Schrott."Hier habe ich Chemikalien gefunden, hier spielen aber Kinder, dass ist doch verantwortungslos." Das Areal könnte bei einer Erweiterung der Wohnunterkunft für die Unterbringung von Flüchtlingen dienen, vermuten die Anwohner.

Schon mehrmals waren die Mitglieder in der Bezirksversammlung, um ihre Sorgen den Bezirkspolitikern vorzutragen. "Das hat bisher nichts gebracht, dass Vertrauen in die Politik ist weg", sagt Antje Sanno. Zudem vermutet sie, dass den Anwohnern die genaue Zahl der aufgestockten Plätze verheimlicht wird. Den Bürgern in der Siedlung reichts. Mit einem Brief an Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) wollen die Anwohner nun eine Prüfung des Sachstandes der Erweiterung der Wohnunterkunft Wetternstraße erreichen. (pw)

 

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