110505panoramaHarburg- Sie trinken, schreien rum und belästigen Passanten. Der Harburger Rathausplatz hat sich längst zu einem festen Säufertreff entwickelt. Besonders in den warmen Frühlings- und Sommermonaten erscheinen die Trinker

in ganzen Gruppen, um Alkohol zu trinken und die Zeit "totzuschlagen". Nicht nur die Harburger die täglich den Rathausplatz überqueren missfällt der Trinkertreff, inzwischen haben die Betreiber der angrenzenden Restaurants eine Welle von Beschwerden zu beklagen.

Flurin Markaj, Inhaber des Restaurant "Dubrovnik", hat arg mit den Säufern zu kämpfen. "Die Trinker urinieren in die Ecken und dann steigt der eckelhafte Geruch auf." Der 43-jährige ist rund um die Uhr in seinem kroatischen Restaurant, denn immer wieder wollen die Säufer bei ihm die Toilette benutzen. "Ich kann meine Kellnerinnen nicht mehr alleine lassen, weil die Säufer ständig fragen, ob sie das WC benutzen können. Da muss ein Mann da sein, der sie wegschickt."

Markaj ist seit zwölf Jahren Inhaber des Restaurants, doch von Jahr zu Jahr seien die Trinker näher gekommen, berichtet er. "Und dann pöbeln sie rum und belästigen Gäste. Mittlerweile beschweren sich viele oder kommen einfach nicht mehr wieder", sagt er. Es ist ja nicht so, als ob er nicht versucht hätte Harburgs Politiker auf das Säufer-Problem aufmerksam zu machen. Im letzten Jahr war er bei Torsten Meinberg, um den Bezirksamtsleiter um Hilfe zu beten. "Passiert ist leider nichts", zeigt sich Markaj enttäuscht.

Den gleichen Problemen sieht sich F. Robin konfrontiert, der seit Januar das "Rathaus Panorama", nur ein paar Meter weiter betreibt. Am Donnerstagmittag, bei schönsten Sonnenstrahlen ist seine Terasse wie leer gefegt, kein Gast hat sich an den eigentlich lukrativen Plätzen zum Kaffee oder Tee niedergelassen. Betritt man das Lokal, stellt man verwundert fest, dass alle Plätze belegt sind. "Wir haben einen so schönen Außenbereich. Nur leider fühlen sich unsere Gäste durch die Trinker nicht wohl", sagt der 30-jährige, während er auf eine von den Trinkern besetzte Holzbank zeigt. Robin musste vor einiger Zeit sogar die Polizei alamieren, weil sich Besucher bedrängt fühlten. "Aber ständig die Polizei anzurufen, dass kann auch kein dauerhafter Zustand sein."

Auch bei ihm stehen die Mitglieder der Szene vor der Tür, um nach stundenlangen Alkoholkonsum die Blase auf dem WC entleeren zu können. "Ich bin ja auch kein Unmensch, manchmal hab ich auch einen reingelassen." Aber seitdem eine weibliche Säuferin ihm die komplette Toilette verunreinigte, ist sein Verständnis am Nullpunkt angelangt. "Ich bin doch Gastronom und muss dafür sorgen, dass es meinen Gästen gut geht." Der schwarzhaarige Inhaber findet es besonders schade, dass "ein schöner Rathausplatz mit so vielen Möglichkeiten verschwendet wird." "Aber hier werden selbst Mütter mit Kinderwagen bepöbelt und belästigt."

Die Gastronomen blicken sorgenvoll auf die kommenden Sommertage voraus. Denn wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird, schwindet das Interesse an ihren Lokalitäten. Dann gehen eingeplante Einnahmen flöten, und das in der Hauptsaison. Beide sagen: "Es muss dringend eine vernünftige Lösung gefunden werden." (pw)

 

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