WiesnerFrankHarburg - Braun gebrannt - kaum erkannt. Frank Wiesner, frisch gebackener Abgeordneter aus Harburg in der Bürgerschaft, der sich als "Togo-Frank" schon jetzt unsterblich gemacht hat, ist zurück in Hamburg.

Am Dienstagmorgen landete er in Fuhlsbüttel. Ausgeruht und mit gesunder Gesichtsfarbe, aber einem mulmigen Gefühl. Ein paar Stunden nach seiner Rückkehr kam der Fraktionschef Neumann  zum ihm nach Harburg zu einem klärenden Gespräch.

Wiesner, der trotz hauchdünner Mehrheit im Rathaus nach Togo gereist war und prompt nicht zur Bürgermeisterwahl zurück kam, bot seinen Mandatsverzicht an. Einen Tag ließ Neumann ihn zappeln. Dann die Erlösung: Wiesner, der rund zehn Jahre auf das Bürgerschaftsmandat hingearbeitet hatte, darf bleiben. "Ich habe ihm klar gemacht, was ich von einem Bürgerschaftsabgeordneten erwarte", sagt Neumann. Wiesner habe eingesehen, dass die Reise ein Fehler war.

Trotzdem stehen Wiesner harte Tage bevor. Er wird sich am Wochenende auf dem Parteitag erklären müssen. "Viele Genossen sind richtig sauer", heißt es aus der Partei. "Togo-Frank" dürfte schon ahnen, was da auf ihn zu kommt. In mehreren hundert E-Mails hatten sich Parteifreunde bereits mit seiner Prioritätensetzung beschäftigt.

Die war ganz klar und lautete Togo statt Bürgerschaft. Deshalb fehlte Wiesner bei der Wahl von Hamburgs neuen Bürgermeister Olaf Scholz. Das war ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Die SPD hat nur 62 Sitze. Mindestens 61 Stimmen brauchte Olaf Scholz zu seiner Wahl als Bürgermeister. Nur weil seine Harburger Kollegin Birte Gutzki-Heitmann im Rollstuhl mit Sanitäterbegleitung an der Abstimmung teilnahm war rechnerisch die "Hauchdünn-Mehrheit" sicher. Sie hatte zwei Tage vor der Wahl ihre Tochter Annika per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.

Ein paar Internas aus dem Urlaub der ehemaligen Deutschen Kolonie sickerten durch. Es war eine Studienreise mit ehemaligen Kommilitonen. Man war hauptsächlich in Benin. Den Rückflug soll ein echter Planungsfehler des Verkehrsplaners verhindert haben. Der Flug sollte über Ghana gehen, doch für das Land hatte er kein Visum. Das hätte er vor der Reise in der ghanaischen Botschaft in Berlin beantragen müssen. zv