110212özdemirHarburg- Der Wahlkampf geht in den Endspurt. Am Samstagvormittag drehten die Fraktionen in Harburg nochmal ordentlich die Werbetrommel, damit die Wähler demnächst auch an der "richtigen Stelle" das Kreuzchen

setzen. In der Fußgängerzone wurden Stände errichtet und Wahlprogramme an den "Mann" gebracht. Nur die SPD verzichtete darauf in der Lüneburger Straße auf sich aufmerksam zu machen. Mit einem ganz besonderen Gast überraschte die GAL. Der Bundesvorsitzende der "Grünen", Cem Özdemir, verteilte gesunde Bio-Äpfel und plauderte mit Passanten über Pläne, Ziele und Probleme der Partei.

Viel wichtiger allerdings war der Besuch des Politikers im Helms-Museum. Die GAL-Fraktion aus Harburg und Özdemir wollten ein dickes Ausrufezeichen setzten. Sie wollten demonstrieren, welchen Stellenwert für sie das kulturelle Angebot in der Hansestadt hat. Das Helms-Museum gehört neben dem Altonaer Museum, Hamburg Museum und dem Museum der Arbeit, der Stiftung "Historischer Museen Hamburg" an. Das Helms-Museum wurde in die Stiftung zwangsintegriert und musste den Status, als erfolgreiches, eigenständiges Museum ad acta legen. Für den Direktor Rainer-Maria Weiss, der das Museum auf solide Beine stellte, entpuppte sich die Zwangsintegrierung als schwerer Schlag ins Gesicht. Der Senat will künftig einen strikten Sparkurs fahren und die Ausgaben auf dem Kultursektor deutlich kürzen.

Für den Erhalt des Museums kämpfen nun die Bezirksfraktionen. Manuel Sarrazin, Sprecher für Europapolitik der GAL, spricht sich klar gegen Einsparungen im Kulturangebot aus. Zum Helms-Museum sagt er: "Wir wollen das Helms-Museum, sowie die anderen Museen der Stiftung erhalten. Die Harburger brauchen einen Ort, indem sie ein Stück Geschichte ihres Stadtteils wiederfinden." Auch die anderen Parteien streichen die Bedeutung des Museums heraus. Helga Stöver, Fraktionsabgeordnete der CDU meint: "Wir wollen das Helms-Museum natürlich unterstützen, es gehört einfach nach Harburg." Stöver lobt Direktor Weiss für seine "tolle Arbeit mit der er das Museum nach vorne gebracht hat". "Wir wollen ihm den Rücken stärken", verspricht Stöver dem Direktor. Auch sie sieht die Fusion des Helms-Museums mit den anderen Hamburger Museen kritisch: "Die Zwangszusammenführung hat dem Helms-Museum eher geschadet, als geholfen."

Und auch im Lager der FDP finden die Kultur und das Helms-Museum große Zustimmung, jedoch sieht man Verbesserungspotenzial. Kurt Duwe sagt: "Natürlich existiert in Harburg eine große Identifikation mit dem Helms-Museum. Gerade im Sponsoring- und Marketingbereich können sich die Museen aber noch verbessern." Damit hegt Duwe den Wunsch, dass die Museen noch mehr Geld in die Kasse spülen. "An der Qualität darf dabei nicht gespart werden", so der Vorsitzende der FDP-Bezirksfraktion. (pw)

 

110212özdemir2 110212özdemir3 110212özdemir4110212anja 110212duwe 110212cdu