110208vahldieck2 Harburg- Hamburgs Innensenator Heino Vahldieck (CDU) war am Dienstagabend zu Gast im Eichenhof und hielt einen Vortrag über ein pikantes Thema: "Kriminalität und Sicherheit." Er appellierte unter anderem

an die Vernunft der Harburger, Wohnungstüren und Fenster sachgemäß zu sichern, "um Einbrechern das Leben so schwer wie möglich zu machen." In der Einbruchsstatistik gäbe es laut Vahldieck, "eine Steigerungsrate von bis zu sieben Prozent zu verzeichnen. Das sind bis zu 4000 Wohnungseinbrüche."

Mindestens von genauso hoher Bedeutung sind die zahlreichen Autobrände in unser Hansestadt. Die im letzten Jahr extra gegründete Soko "Florian", eine mit rund 200 Beamten besetzte Sonderkommission, die auf Brandstifterjagd in Hamburg ging, blieb wenig erfolgreich. Dazu sagte der Innensenator: "Früher waren die Taten politisch begründet,  die Fahrzeuge wurden gezielt angezündet." Das aber sei heute nicht mehr der Fall und "genau das mache die Arbeit so schwer, so Vahldieck. Eine eher magere Ausbeute: 16 Autobrandstifter wurden bisher überführt.

Besonders viel Zustimmung erhielt Vahldieck, als er den Plan der CDU vorstellte, ein generelles Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr auszusprechen. "Mir kann keiner erzählen, dass er auf der Strecke zwischen Harburg und Hauptbahnhof Alkohol konsumieren muss." Durch Alkohol würde das Aggressionspotenzial erhöht, die  Hemmschwelle eine Straftat zu begehen erheblich sinken. Wann es ein solches Gesetz den geben wird, wurde der 55-Jährige gefragt. "Der Vorstand der Hochbahn behandelt das Thema und der Senat hat diesbezüglich die Mehrheit. Trotzdem kann es noch etwas dauern."

Unter dem Namen "Protection 2", läuft das Vorhaben der CDU, Straftäter immer den gleichen Polizisten und Richtern vorzuführen. Damit verbunden, spricht sich Vahldieck für ein schärfers Jugendstrafgesetz aus: "Es kann nicht sein das 20-Jährige heiraten, Auto fahren und Alkohol trinken dürfen, aber nach dem Gesetz wie Jugendliche bestraft werden."

Schneller und effektiver müsse nach Ansicht des Senators die Strafverfolgung funktionieren. Die Pläne  stießen bei den Gästem auf breite Zustimmung, die unteranderem durch schwere Taten, wie den 20-Cent Killer sensibilisiert sind. Besonders betonte Vahldieck die starke Polizeipräsenz und sprach von einer Einstellungsoffensive der Beamten in Uniform: "Wir haben aktuell 600 Polizisten mehr als im Jahr 2001, im Zeitraum 2011/12 kommen nochmal 100 Stellen dazu." Die verstärkte Präsenz sei auch ein Mitgrund dafür, dass man rund 30 Prozent weniger Straftaten als noch 2001 verbuchen könne. "Das ist ein riesiger Erfolg", findet Vahldieck. (pw)