101116Tunnel Harburg- Der Tunnel zwischen Seeveplatz und Lüneburger Straße ist ein Schandfleck. Eine Lösung für das Problem aber ist bisher nicht in Sicht. Oder doch?  Die Initative KIC hat jetzt den Wunsch einen Raum im  Tunnel besetzen

zu dürfen. KIC steht für Treffpunkt Kirchen Center in Harburg und ist ein Zusammenschluss von Christen. Vor ungefähr zwei Jahren wurde die Initative ins Leben gerufen. Vorstandsmitglied Anke Rowe sagt: Wir möchten für Menschen eine Anlaufstelle bieten, die einfach mal reden oder Ängste gegenüber der Kirche überwinden möchten. Auch eine kleine Kita ist denkbar. Damit würden wir eine soziale Komponente installieren." Bisher war es der KIC nicht gelungen einen geeigneten Raum in Harburg zu finden. Der Tunnel sei laut Rowe ein idealer Ort dafür. Allerdings kann die Initative keine großen Sprünge machen. Rowe erklärt: "Wir können es uns leider nicht leisten Miete zu zahlen, da sind wir abhängig. Aber wir wollen alle bei Renovierungsarbeiten anpacken."

Um der Politik zu demonstrieren, wie ernst sie es meinen, wollen die Mitglieder am kommenden Samstag zwischen 11 und 13 Uhr den Besen schwingen. Der Tunnel soll sauber gemacht und blank geschrubbt werden."Wir wollen auf uns aufmerksam machen und natürlich auch mal die Bürger dazu befragen, wie sie dazu stehen."Dazu wird es warme Suppe und ein wenig Musik geben."

Die Harburger Politik hat das Thema aufgenommen. GAL- Fraktionsvorsitzender Ronald Preuss zeigt sich aber eher skeptisch gegenüber der Idee: "Wir haben von dem Vorschlag gehört und werden ihn prüfen. Meines Wissens nach waren die Räume lange Zeit leer. Man müsste ersteinmal prüfen lassen, ob nicht Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden müssten. Dafür bedarf es aber wieder Geld." Außerdem glaubt Preuss nicht an eine schnelle Entscheidung. "Vor März, April glaube ich nicht, dass es eine Entscheidung geben wird."

Die SPD fährt einen etwas anderen Kurs. Zwar sagt SPD Fraktionschef Jürgen Heimath auch, "dass erst einmal geprüft werden muss, inwiefern das Projekt der KIC realisierbar ist", lobt aber  das Engagement der Gemeinschaft: "Ich finde so eine Eigeninitative grundsätzlich positiv. Als vorübergehende Lösung kann ich mir das durchaus vorstellen." Die SPD Fraktion hatte das Thema "Tunnel" bei der letzten Bezirksversammlung auf den Tagesordnungspunkt Nummer eins gehievt. "Da muss einfach was passieren", sagt Heimath. Da in naher Zukunft aber die Politik mit Neuwahlen beschäftigt sind, ist mit einer schnellen Lösung nicht zu rechnen.  (pw)