Harburg – Der Nebel lichtet sich, in wenigen Tagen wird sich entscheiden, wer Nachfolger des verstorbenen Harburger Bezirksamtsleiter

Thomas Völsch wird. Heute Abend stellen sich zwei Kandidatinnen und ein Kandidat in einer letzten Runde den Fragen der Bezirksabgeordneten. Von den ursprünglich 19 Bewerbern sind also noch drei übrig geblieben.

Nach Informationen von harburg-aktuell sind dies der ehemalige Bürgermeister von Büsum, Maik Schwartau (54), die Leiterin des Fachbereichs Interne Verwaltungsdienste in Delmenhorst, Petra Gerlach (46), und die Leiterin des Fachbereichs Jugend, Familie und Senioren in Buxtehude, Sophie Fredenhagen (53). Am Mittwochabend hatten sich die Spitzen von SPD und  CDU noch mit einem vierten Kandidaten getroffen, der zuvor einen Vorstellungstermin aus Krankheitsgründen absagen musste. Gestern morgen sagte SPD-Kreischef Frank Richter aber: „Diesen Kandidaten werden wir für Freitag nicht mehr einladen.“

Maik Schwartau dürfte in Harburger SPD-Kreisen nicht ganz unbekannt sein, ist er doch mit mehreren Genossen bei Facebook befreundet – so auch bis zu dessen Tod mit Thomas Völsch. Seine politische Heimat ist die SPD Altona. Bis 2014 war Schwartau in Personalunion Bürgermeister und Kurdirektor von Büsum (knapp 5000 Einwohner), danach noch für ein halbes Jahr Tourismusdirektor auf Fehmarn.

Petra Gerlach ist die große Unbekannte unter den Kandidaten. In der Verwaltung von Delmenhorst (rund 75.000 Einwohner) ist sie unter anderem für die Finanzen der Stadt zuständig. Nicht zu erfahren war, ob sie Mitglied der CDU ist. „Danach habe ich sie auch nicht gefragt“, sagt CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. „Für mich zählt nur die Kompetenz.“

Sophie Fredenhagen dagegen ist in Harburg bestens bekannt und sie kennt sich hier auch bestens aus. Bis Ende vergangenen Jahres war sie Leiterin des Harburger Jugendamts, bevor sie als Dezernentin nach Buxtehude (knapp 40.000 Einwohner) wechselte.

Anders als bei früheren Auschreibungen für den Harburger Verwaltungschef, bei der zuletzt 2005, als am Ende Torsten Meinberg gewählt wurde, war es diesmal auffallend ruhig. Auch die Vertreter der Finanzbehörde, die das Aussschreibungsverfahren steuern, sollen überrascht gewesen sein. Bei der Suche nach einem neuen Chef für das Bezirksamt Nord war vor einigen Monaten im Vorfeld wesentlich mehr spekuliert worden.

Jetzt war nur zu hören, dass SPD-Landeschefin Melanie Leonhard möglicherweise Sophie Fredenhagen favorisiert, SPD-Kreisvorsitzender Frank Richter dagegen eher Maik Schwartau. Bestätigt wurde das aber nicht. Die spannende Frage: Wird sich die GroKo auf eine Person einigen? Oder droht ein Ende der Koalition? „Ganz bestimmt nicht“, sagt Fischer. Viel Zeit für Verhandlungen ist nicht, wenn die Bezirksversammlung in ihrer nächsten Sitzung am 26. Juni die Nachfolgerin oder den Nachfolger von Thomas Völsch wählt. ag