Harburg – CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer hat jetzt offiziell bestätigt, dass er am 1. Juni nicht mehr für das Amt des Harburger CDU-Kreisvorsitzenden

kandidiert. Wie berichtet will er Uwe Schneider, einen seiner beiden Stellvertreter, als Nachfolger vorschlagen. Rainer Bliefernicht soll demnach weiter Kreisvize bleiben, neu in die Riege der Stellvertreter sollen die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Birgit Stöver und Katharina Schuwalski, Vorsitzende der Jungen Union Harburg, gewählt werden.

Fischer hat damit auf die zunehmende parteiinterne Kritik reagiert, er wolle auf ewig Chef eines reinen Männerbunds bleiben: Vor allem sein Vorschlag, Birgit Stöver in den geschäftsführenden Vorstand der Harburger CDU aufzunehmen, hat für Überraschung gesorgt. Bisher hatte ihr Ortsverband Harburg-Mitte, obwohl er unter allen Harburger Ortsverbänden die meisten Mitglieder hat, im Kreis nichts zu melden.

Was nach einem Machtwechsel aussieht, ist zunächst einmal nur ein neues Amt, vor allem aber viel Arbeit  für Uwe Schneider. Denn er hat sich vorgenommen, bis Ende Juni das Wahlprogramm der Harburger CDU für die Bezirkswahl im Frühjahr 2019 zu formulieren – Arbeit, die sich Fischer geschenkt hatte. Vor vier Jahren war seine Partei in Harburg ohne Wahlprogramm angetreten.

 Entscheidend aber: Fischer will Fraktionsvorsitzender in der Bezirksversammlung bleiben. Und nicht nur das, er will 2019 auch als Harburger CDU-Spitzenkandidat antreten – und zwar „für eine volle Legislatur“. Mit anderen Worten: Fischer will mindestens in den kommenden sechs Jahren der starke Mann der Harburger CDU bleiben.

Was heißt das für Schneider? Er könnte, gestärkt durch das Amt des Kreisvorsitzenden, in zwei Jahren für die Bürgerschaft kandidieren. Aber wen soll er ersetzen? Die CDU Harburg stellt zurzeit nur zwei Bürgerschaftsabgeordnete: André Trepoll und Birgit Stöver. „So weit denke ich noch gar nicht“, sagt Schneider. Ausschließen wolle er aber gar nichts. ag