Harburg - Bezirksamtsleiter Thomas Völsch ist tot. Er starb am am Dienstagmorgen im DRK-Hospiz in Langenbek. Völsch, der nur 59 Jahre alte wurde, war im Frühjahr an Krebs erkrankt.

Nach einer zunächst positiv verlaufenden Behandlung hatte er im Sommer sein amt weiter ausgeübt. Erst im September hatte ihn die Bezirksversammlung mit großer Mehrheit für weitere sechs Jahre als Bezirksamtsleiter gewählt. Dann kam Anfang November der Krebs zurück. Erst vor wenigen Tagen hatte er Bürgermeister Olaf Scholz um Versetzung in den Ruhestand gebeten, weil sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte. Thomas Völsch wurde noch im Krankenhaus Harburg behandelt. Seit Freitag hatte er im Hospiz seine letzten Tage verbracht. Die letzten Stunden verbrachte er im Kreis seiner Frau und seiner Söhne. "Es ging am Ende rasend schnell", sagen Freunde. Noch am Montagabend hatte er Besuch von Freunden bekommen.

“Das ist eine unglaublich traurige Nachricht. Unsere Gedanken und Herzen sind bei der Familie von Thomas Völsch, der wir weiterhin die Kraft wünschen, die nötig ist, um mit einem derartigen Schicksalsschlag umzugehen", sagt Frank Richter, Kreisvorsitzender der SPD. Völsch habeseit seiner Wahl im Januar 2012 durch seine engagierte und zupackende Art den Respekt Harburger und auch des politischen Gegners verdient. "Er ist keiner Diskussion aus dem Weg gegangen, wenn er sie für nötig hielt, um Harburg voranzubringen", sagt Richter. "Er hat sich um Harburg verdient gemacht und wird uns mit seiner verbindlichen und zugewandten Art fehlen. Er hat in Harburg viele Dinge bewegt. Wir haben mit ihm einen Freund verloren.“

"Wir sind tief bestürzt", sagt Jochen Winand vom Wirtschaftsverein. "Ich habe Thomas Völsch als einen verlässlichen und fairen Partner kennengelernt, der für die Interessen des Bezriks stand und der sich als ein herausragender Vertreter Harburgs auch nördlich der Elbe gezeigt hat. Ich habe ihn auch menschlich hoch geschätzt. Sein Tod berührt mich perönlich sehr."

Beim Ortsverband Neugraben-Fischbek, wo Völsch über Jahre Vorsitzender war, nahm man die Todesnachricht mit großer Betroffenheit auf. "Mit ihm verliert die SPD eines ihrer wichtigsten Mitglieder, das maßgeblich an der Entwicklung unseres Stadtteiles und des Bezirkes gewirkt hat. Wir trauern mit seiner Familie um einen gradlinigen Menschen", heißt es von dort.

Auch bei den Linken dhat die Todenachricht große Bestürzung ausgelöst. „Wir sprechen seiner Familie unser tief empfundenes Beileid aus. Wir haben Thomas Völsch mit seinem Engagement für den Bezirk sehr geschätzt", so der Fraktionsvorsitzende Jörn Lohmann. Völsch habe sich stets für alle Harburger eingesetzt und ein Herz für Harburg bewiesen. Die Harburger Abgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Bürgerschaftsfraktion Sabine Boeddinghaus sagt: „Harburg hat einen Vollblutpolitiker verloren, der bis zuletzt in seiner Arbeit aufgegangen ist. Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten und wünschen seiner Frau, seinen Söhnen und seinen Angehörigen viel Kraft und Zuversicht."

Völsch war seit 1990 politisch aktiv. Von 1996 bis 1998 war er Vorsitzender des Ortsvereins Fischbek. 2003 wurde er zum Vorsitzenden des Ortsvereins Neugraben-Fischbek gewählt. Dieses Amt behielt er bis 2011. 2008 wurde Thomas Völsch zudem Abgeordneter in der Hamburgischen Bürgerschaft, in der er bis 2011, zuletzt als stellvertretender Fraktionschef, blieb. Ab Januar 2012 leitete er als Nachfolger von Torsten Meinberg das Bezirksamt in Harburg. zv