Harburg – Bleibt die Landschaftsbrücke vom Schippsee-Viertel über B73 und Bahn ein Traum von Harburgs Baudezernent Jörg Penner? Das ist noch nicht

entschieden, einen Dämpfer gab es aber in der jüngsten Sitzung des Harburger Stadtplanungsausschusses. Penner hatte den Ausschuss um Zustimmung für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahren „Harburg 69“ gebeten. Doch daraus wurde nichts: Die CDU meldete „Beratungsbedarf“ an – und der Plan war erstmal vom Tisch.

Ausgerechnet die CDU! Dass Kreischef Ralf-Dieter Fischer keine Gelegenheit auslässt, dem von ihm wenig geliebten Baudezernenten in die Parade zu fahren ist nichts Neues. Die Abneigung der CDU gegen diese spezielle Brücke ist auch nichts Neues. Als das Bauamt im Januar 2014 für weitere Planungen der Brücke 10.000 Euro aufrief, verweigerte die CDU ihre Zustimmung. Das hatte damals wenig Bedeutung, die SPD hatte noch die absolute Mehrheit in der Bezirksversammlung und konnte machen, was sie wollte.

Jetzt braucht die SPD die CDU zum Regieren in Harburg – und Fischer nutzt das, um die Position seiner Partei deutlich zu machen. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass eine Fußgängerbrücke im Bereich Schloßmühlendamm/Harburger Schloßstraße sinnvoller ist“, sagt Fischer. Das sei für die Harburger ein historischer Pfad. Außerdem müsste eine neue Brücke ohnehin noch warten, so lange sich die Bahn AG noch nicht endgültig entschieden habe, ob sie ein drittes Gleis verlegen will.

Keine Frage, für die Landschaftsbrücke ist das alles ein Rückschlag. Dabei schien der Drops längst gelutscht – spätestens als Bürgermeister Olaf Scholz 2013 beim Herrenabend des Wirtschaftsvereins verkündete, der Senat wolle sich jetzt „ernsthaft“ um eine bessere Verbindung zwischen der Harburger Innenstadt und dem Binnenhafen kümmern.

Aber auch für die Entwicklung der Harburger Innenstadt – und hier besonders für das Quartier „hinter Karstadt“ – ist die Vertagung des B-Planverfahrens ein Rückschlag. „Harburg 69“ soll die Voraussetzungen für eine Aufwertung des Quartiers schaffen. Die Stadtplaner wollen den Bereich „besser wahrnehmbar“ gestalten und Potenziale für weiteren Wohnungsbau in der Innenstadt nutzen. ag