Harburg – Seit mehr als zwei Monaten gilt auf dem Harburger Rathausplatz Alkoholverbot. Die Lage scheint sich tatsächlich entspannt zu haben. Aber wo

sind die Trinker geblieben? Aus den Augen, aus dem Sinn? Der Linken und der FDP lässt das keine Ruhe, deshalb hatten sie Anträge für die Oktober-Sitzung eingebracht, um den Verbleib der „teilweise obdachlosen Alkoholkonsumierenden“ (Die Linke) und der „Alkohol konsumierenden Gruppen“ (FDP) zu klären.

Dass es um mehr ging als um die Sorge der Menschen, hatte Kadriye Baksi von der Linken gleich zu Beginn deutlich gemacht: „Das Verbot ist Politik nach dem Motto Kopf in den Sand. Damit löst man keine sozialen Probleme.“

Bevor über die Anträge abgestimmt wurde, ergriff Bezirksamtsleiter Thomas Völsch das Wort. Die Lage sei deutlich entspannter, es gebe eine hohe Akzeptanz für das Alkoholverbot und bisher sei erst eine Ordnungswidrigkeit festgestellt worden. Und zu behaupten, diese Menschen seien „aus den Augen, aus dem Sinn“ gehe an der Wirklichkeit vorbei. Das Hans-Fitze-Haus, das den Süchtigen als Treffpunkt angeboten worden sei, habe seit dem Alkoholverbot vom Rathausplatz einen wesentlich stärkeren Zulauf.

Die Anträge der Linken und der FDP wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. ag