Harburg - Diese Bundestagswahl wird für einen Harburger zur ganz besonderen Zitterpartie. Manuel Sarrazin von den Grünen muss um den Einzug in den Bundestag bangen.

Der Grund: Hamburg wird in Berlin nur noch mit zwölf statt wie bisher 13 Abgeordneten vertreten sein. Sechs der Politiker werden über das Direktmandat und nur noch sechs über die Landesliste gewählt. Sarrazin gehörte zu den beiden Grünen, die 2013 über die Landesliste ihr Ticket für den Bundestag bekamen. Damals waren es noch sieben Mandate, die über die Landesliste vergeben wurden. Der Grund, das fand NDR 90,3 heraus, sind die statistischen Daten über die Bevölkerungszahl, die bei ZENSUS 2011 erhoben wurde. Sie nimmt der Bundeswahlleiter als Maßstab. Danach hat Hamburg lediglich eine Bevölkerung von 1,5 Millionen Menschen. Hamburg klagt bereits gegen das Ergebnis - nicht nur wegen dem Mandat, sondern weil es auch Nachteile beim Länderfinanzausgleich bringt.

Für Sarrazin wird es es dadurch dünn. Seine Wiedereinzug ist ungewiss. Der Grund sind auch die schlechten Umfragewerte der Grünen. Die großen Meinungsforschungsinstitute sehen die Grünen bei sieben oder acht Prozent. Laut der neuen Umfrage von YouGov werden es sogar lnur sechs Prozent. Dieses Meinungsforschungsinstitut hat ein neues Umfragemodell genutzt, dass sich zumindest bei den Parlamentswahlen in Großbritannien als sehr erfolgreich entpuppt hatte. Sarrazin selbst gibt sich "zittererprobt". "Eine Zitterpartie war es bisher schon immer", so Sarrazin. "Der Landeswahlleiter hat mich bei der letzten Wahl um 4 Uhr nachts und vorletzte Wahl um 6:30 Uhr morgens informiert, dass ich gewählt bin."

Manuel Sarrazin ist Berufspolitiker. Schon vor dem Abschluss seines Studiums 2013 war der heute 35-Jährige von 2004 bis 2008 Bürgerschaftsabgeordneter. Seit 2008 hat er ein Bundestagsmandat. zv