Harburg – Mit einer geplanten Änderung des Bebauungsplans für Teile des Binnenhafens überraschte die Verwaltung die Mitglieder im Stadtplanungsausschuss. Die

Behörde möchte die Baufelder „Heimfeld 45“ und „Heimfeld 46“ zum „Urbanen Gebiet“ erklären. Damit ist auf den angrenzenden Arealen westlich und südlich vom Kanalplatz – entgegen der jetzigen Situation – auch Wohnungsbau möglich. „Wir gehen damit jetzt in eine neue Phase“, hieß es von der Verwaltung. In den letzten Jahren waren laut Behörde immer wieder Ideen von Investoren für Projekte – vor allem Wohnprojekte – ins Spiel gebracht worden.

Der Plan, der im Bauamt entwickelt wurde, ist ehrgeizig. Bereits Mitte 2019 soll der Bebauungsplan geändert sein. Das Areal selbst soll kleinteiliger entwickelt werden. Mehrere Investoren sollen zum Zug kommen. Riesige, teilweise wirklich hässliche Klotzbauten wie am Schellerdamm, von Baudezernent Jörg Heinrich Pennerwirklich große Brummer“ genannt, soll es dort nicht geben. Er propagiert eine „Feinkörnigkeit“, die Grundstückseigentümer planerischen Spielraum lässt.

Der Plan beinhaltet ein kleines „Kunststück“. Weil Teile des Areals, „archäologisch konterminiert“ sind, also Grabungen durch Archäologen vorgeschrieben sind, wäre es aus Kostengründen illusorisch dort einen Investor zu finden. Die sind so hoch, dass man einem Investor, so schätzt es die Verwaltung ein "noch Geld zugeben müsste", damit er dort baut. Deshalb sollen RISE-Mittel, die Lebensqualität in Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf durch städtebauliche Maßnahme verbessern und den sozialen Zusammenhalt stärken sollen, zum Einsatz kommen, um die Ausgrabungen zu finanzieren. „Es sind Mittel des städtebaulichen Denkmalschutzes“, sagt Penner. Zwar wird das alte Harburg dort nicht auferstehen. Man will aber eine „städtische Randstruktur wiederherstellen“. Übersetzt könnte das bedeuten: Es stehen wieder Häuser wo früher Häuser standen.

Das Gewerbe wird soll laut Behörde geschützt. Vor allem der Segelmacher Raap soll bleiben dürfen „so lange er will“. Auch das sei durch die kleinteiligere Planung möglich.

Kritik gab es auch. Ralf-Dieter Fischer (CDU) wollte, ganz „Generation Harburger Ring“ eine Planung „aus einem Guss“. Isabell Wiest von den Neuen Liberalen rieb sich in ihrer ganz eigenen Art so an der Begrifflichkeit „Urban“, dass der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses, Frank Richter (SPD), mehrfach eingreifen musste. zv