Heimfeld - Wenn es um Ausbildung geht, dann dürfte B&K an der Buxtehuder Straße ein Unternehmen so richtig nach dem Geschmack von Metin Hakverdi sein. Der Harburger Bundestagskandidat

der SPD hatte auf Einladung von Bezirkshandwerksmeister Peter Henning eine Tingeltour durch Unternehmen gemacht. Der Harburger Filialleiter von B&K, David Breuer, gewährte ihm dabei einen Einblick in die Nachwuchsgewinnung der Unternehmensgruppe, die gelinde gesagt wenig mit den Nachwuchssorgen in der Welt des Handwerks hat. Der BMW- und Mini-Händler ist in der bequemen Situation noch genügend Lehrlinge akuirieren zu können. Im kaufmännischen Bereich sind es, so Breuer, in der Regel Abiturienten, die sich bewerben. Mechatroniker werden gern Realschüler, oft mit Migrationshintergrund. Viele "brennen" eben doch darauf mit Autos und Motoren zu tun zu haben.

Der Clou ist aber ein Programm der Weller-Gruppe, das den Nachwuchs-Kummerfällen der Gesellschaft eine Chance gibt. Passenderweise heißt es "Wellerchance". Es wird von Hendrik Stoya geleitet, einem Schulpädagogen, der Schulabgänger mit miesen Noten und auch oft hohen Fehlzeiten, eigentlich laut Breuer ein No-Go bei Bewerbungen, eine Ausbildung in den Betrieben ermöglicht. Ob es eine Erfolgsstory ist, liegt im Auge des Betrachters und kommt auf die jeweilige Sichtweise an. So haben in den besseren Jahrgängen von 14 Teilnehmern sechs die Ausbildung geschafft. Von denen haben sich einige sogar als besonders fähig oder engagiert entpuppt. Damit ist aber auch klar, dass dieser Weg für einen normales Unternehmen, nicht gangbar ist. Die Weller-Gruppe, mit über einer Milliarde Umsatz, ist ein Unternehmen, das das Projekt auch macht, weil es sich das leisten kann.

Für den normalen Bewerber gelten, so ließ es Harburgs B&K-Chef wissen, andere Kriterien bei der Bewerbung. Ein Foto zum Lebenslauf ist ein Must-have. Viele Fehlzeiten, vor allem unentschuldigte, im Zeugnis sind richtig schlecht. Standardbewerbungen, gern aus dem Internet gezogen, sind schlecht. Eine Bewerbung online zu schicken ist gut. Dann kann man auch mitschicken, was Breuer so richtig gut fand. Eine Bewerbung mit einem Video, in dem sich der Bewerber vorstellt. Assessment-Center, also Beurteilungsveranstaltungen mit mehreren Fachleuten, macht Breuer übrigens nicht mehr. Die haben sich für ihn als aufwändig und wenig nützlich erwiesen. "Wer schon am Anfang einen guten Eindruck machte, war am Ende des Assessment-Center auch am besten beurteilt", sagt Breuer. So sind bei seinen Bewerbungsgesprächen er, der zuständige Abteilungsleiter und eben der Bewerber dabei. zv