Harburg – Was für CSU-Chef Horst Seehofer die Obergrenze für Flüchtlinge ist, ist für Harburg CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer die Obergrenze

für Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne in Fischbek. Immer wieder hat er sich in den vergangenen Jahren für eine Reduzierung eingesetzt und mit Projektentwickler IBA Hamburg GmbH gestritten, im Koalitionsvertrag mit der SPD konnte er dann endlich eine maximale Obergrenze von 685 bis 690 Wohneinheiten (verteilt auf Geschosswohnungsbau, Reihen- und Einzelhäuser) festschreiben.

Nun ist die Obergrenze doch tatsächlich überschritten worden, gleich um rund zehn Prozent – und Fischer hat dem sogar zugestimmt. Anlass war die unsichere Zukunft der Bestandsbauten an der B73, die alten Kasernenhäuser sollten eigentlich als Gewerberiegel den Straßenlärm vom Wohnquartier fernhalten. Doch dies ließ sich schwer umsetzen, es fand sich kein Investor, diese Idee komplett umzusetzen.

Nun sollen in einem der Bestandsgebäude bis zu 100 Seniorenwohnungen entstehen. Ein Investor ist da, er hätte sich aber beinahe die Nase an Fischers Obergrenze platt gelaufen. Inzwischen hat sich aber die GroKo zusammengesetzt und eine Lösung gefunden, bei der allerdings der Koalitionsvertrag geändert werden musste. Für die 100 zusätzliche Seniorenwohnungen wollte Fischer natürlich eine Kompensation, nach eigenen Angaben war er aber kulant („weil Seniorenwohnungen in der Regel nicht größer als 30 Quadratmeter sind“) und gab sich mit einer Reduzierung der im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Obergrenze um 30 Wohneinheiten zufrieden. Nun lässt Fischer also 655 bis 660 Wohneinheiten plus 100 Seniorenwohnungen zu.

Das andere Bestandsgebäude soll weiterhin für Gewerbe genutzt werden, zum Beispiel für ein Hotel. Selbstverständlich übernahm es Fischer auch, diese Änderung des GroKo-Vertrags zu kommunizieren. ag

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