Harburg – Das Bezirksamt verkündet stolz die Eröffnung von drei neuen Boule-Feldern auf dem Schwarzenberg – was ist aber mit anderen

„niedrigschwelligen“ Sportarten, die ohne großen Aufwand in den Harburger Parks betrieben werden könnten? Die Bürgerschaft hatte zwar im Dezember 2016 einen „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ bewilligt, mit dem „der  Parksport attraktiver gemacht und in frei zugängliche Beachvolleyball-Anlagen in jedem Bezirk investieren werden soll“. Nun ist aber aus der Behörde für Inneres und Sport zu hören, dass der Bezirk Harburg keinen Bedarf angemeldet hat.

Beachvolleyball war in Harburg nicht erst seit dem Olympiasieg von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst ein Renner – vielmehr trug dieser Sport auch vorher schon wesentlich zur Attraktivität des Veritas Beachclubs bei.  Der Beachclub ist weg, einer neuer ist nicht in Sicht. Und da soll es keinen Bedarf für neue Beachvolleyball-Felder geben, die dank des Sanierungsfonds Hamburg 2020 auch schon finanziert wären?

Ja, es habe Beratungen zwischen dem Landessportamt und den Bezirken über die Einrichtung von Beachvolleyball-Feldern gegeben, teilt das Bezirksamt auf Anfrage von harburg-aktuell mit. Dabei sei die Einrichtung von frei zugänglichen Feldern „grundsätzlich begrüßt worden."

Vor allem im Raum Süderelbe werde die Bevölkerung durch die drei Neubaugebiete erheblich wachsen. Deshalb solle im Quartier Vogelkamp ein neues Beachvolleyball-Feld eingerichtet werden. Außerdem sei geplant, ein weiteres Feld im Schwarzenbergpark „umzufunktionieren und deutlich aufzuwerten“. Zur Erinnerung: Das Volleyball-Feld auf dem Schwarzenberg war auf Initiative der Projektgruppe „Studentische Infrastruktur für Harburg“ des Wirtschaftsvereins angelegt worden. Wenig später hatte das Harburger Sportamt mitten auf dem Volleyball-Feld ein Fußballtor für die Menschen aus der Erstaufnahme aufgestellt und damit die Volleyballer vertrieben. Bezirksamtssprecherin Anna Pilatz: „Die Finanzierung der neuen Beachvolleyball-Felder wurde schon vorher durch andere Mitteleinsätze – also nicht aus Mitteln des Sanierungsfonds – sicher gestellt. Daher bestehen seitens des Bezirksamts keine besonderen Bedarfe aus dem Sanierungsfonds.“

Die Auskunft verblüfft, zumindest wenn man die Antwort des Bezirksamts auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bezirksabgeordneten vom 13. Dezember 2016 ernst nimmt. Nach dem Aus für Hamburgs Olympiabewerbung hatte die Innenbehörde das Programm „Active City“ (Motto: „mehr Bewegung für alle, überall“) aufgelegt. Nun wollte die FDP wissen, wie der Bezirk den Breitensport in den Parkanlagen fördern will. Es folgte der Hinweis auf das geplante „Sport- und Spielband mit einem Beachvolleyball-Feld, einem Multisportfeld, eine Laufstrecke und einem Parcour (Trendsportart)“ im Quartierspark Vogelkamp. Das sei auch für den Schwarzenberg und den Harburger Stadtpark vorgesehen – allerdings stünden dafür keine gesondert ausgewiesenen Haushaltsmittel zur Verfügung. Und: „Der Senat beabsichtigt jedoch, den Bezirken zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen.“

Jetzt sind die Mittel da, aber der Bezirk sieht keinen Bedarf. Und weitere Angebote für den Breitensport im Harburger Stadtpark sind offenbar ganz unter den Tisch gefallen. ag