Harburg – Verwirrung um die alte Harburger Gummifabrik! Nachdem die Problem-Immobilie New-York Hamburger Gummi-Waaren-Compagnie verkauft worden war und die neu

gegründete HafenQuartier GmbH Pläne präsentierte, die unter anderem den Erhalt des historischen Gebäudes und den Bau des Fitness-Center „M-Lounge“ vorsahen, forderte die Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver am Freitag plötzlich den Abriss des Traditionsgebäudes.

Der Stillstand bei der Entwicklung der Immobilie blockiere die Entwicklung des Harburger Binnenhafens. Im Konflikt zwischen Denkmalschutz und Schutz der Gesundheit hat sich Stöver klar für die Gesundheit entschieden. Wie berichtet ist die alte Fabrik als Folge der Gummiproduktion mit Nitrosaminen kontaminiert, der neue Eigentümer will die alten Hallen deshalb nur als Parkhaus nutzen, alle weiteren Nutzungen sollen in Neubauten untergebracht werden.

Als erste Bezirkspolitikerin hat sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksversammlung Harburg Britta Herrmann zu Wort gemeldet: „Wir erteilen der Forderung nach einem Abriss eine klare Absage.“ Die Grünen seien zuversichtlich, dass der neue Investor mit Senat und Bezirksamt eine gute Lösung findet, die Gesundheitsrisiken ausschließt und wesentliche Teile des denkmalgeschützten Ensembles erhält. Im Binnenhafen seien bereits viele Zeugnisse der Industriekultur verschwunden. Herrmann: „Wir wollen kein steriles Hafenquartier wie nördlich der Elbe, der Harburger Binnenhafen lebt aus der Mischung von Altem und Neuem. Gesundheitsbehörde und Denkmalschutzamt bewegen sich nun endlich aufeinander zu, da ist Störfeuer von hinteren Oppositionsbänken der Hamburger Bürgerschaft kontraproduktiv.“ ag