Wilhelmsburg – Die Landesvertreterversammlung der Hamburger CDU hat „durchgewählt“ und den umstrittenen Vorschlag des parteiinternen

17er-Ausschuss bestätigt. Damit ist die aktuelle Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Harburg/Bergedorf/Wilhelmsburg Herlind Gundelach aus dem Rennen. Sie wurde nur auf Platz fünf der Landesliste nominiert, aller Wahrscheinlichkeit nach eine aussichtslose Position.

Die Harburger Bürgerschaftsabgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende Birgit Stöver hatte Gundelach für Platz drei vorgeschlagen, doch in der Kampfkandidatur gegen den CDU-Kreisvorsitzenden Hamburg-Mitte Christoph de Vries zog die Ex-Senatorin mit 54 zu 85 Stimmen den kürzeren.

Trotz der Schlappe für die  CDU-Frauen gab sich Birgit Stöver kämpferisch: „Jetzt geht die Diskussion erst richtig los. Offenbar wünschen sich einige die Zustände wie unter unserem früheren Vorsitzenden Jürgen Echternach zurück, als in Hinterzimmern entschieden wurde, wer ein Mandat bekommt.“ Nun werde sich zeigen, ob die Parteiführung mit dieser Männerliste der CDU schade.

Der Harburger CDU-Kreisvorsitzende Ralf-Dieter Fischer hatte es in den Wochen zuvor und auch in der Landesvertreterversammlung vermieden, für Gundelach das Wort zu ergreifen. Er sieht auch keine Schwächung der Harburger Position, wenn Gundelach nicht mehr im Bundestag sitzt: „Zum einen kommt sie aus dem CDU-Kreis Hamburg-Mitte, außerdem war sie in Harburg so gut wie nicht präsent.“ Insider überraschen Fischers Aussagen kaum. Man sagt ihm nach, dass er Frauen in der CDU nur fördert, wenn sie aus seiner Familie stammen – wie seine Frau Lydia, die 2004 bis 2011 in der Bürgerschaft saß, oder seine Töchter Treeske und Britt-Meike. Die eine war Bezirksabgeordnete, die andere ist es zurzeit, interessiert sich aber auch für mehr: Mit ihrer Bundestagskandidatur auf Platz  elf  hat sie schon mal eine erste Duftmarke gesetzt. ag