Rönneburg - Archäologisch kontaminiert nennt man Grundstücke, die auf historisch interessanten Boden stehen und Baudenkmäler verbergen.

Die Folge: Bevor dort gebaut werden kann, sind Ausgrabungen und Dokumentation der Funde nötig. Das ist teuer und zeitaufwendig.

Archäologisch kontaminiert ist das Grundstück am Rönneburger Stieg, auf dem die Stadt eine Flüchtlingsunterkunft errichten will. Das Ergab die antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Kurt Duwe (FDP). "Das Flurstück liegt im Bereich eines ausgedehnten vor- und frühgeschichtlichen Siedlungsareals, das in den 1930er Jahren durch Oberflächenfunde und von 1987 bis 1991 durch archäologische Ausgrabungen bekannt wurde", heißt es in der Antwort des Senates. Und: "Es ist geplant, vor Baubeginn das Flurstück mittels Baggerschnitten auf die Erhaltung von archäologischen Siedlungsresten zu untersuchen. In Abhängigkeit vom Erhaltungszustand sind anschließend flächige Ausgrabungen durchzuführen."

Die Genehmigung für die Ausgrabung, die nach dem Denkmalschutzgesetz nötig ist, hat die Stadt noch nicht. Sie ist auch nicht beantragt. Das das Gebiet in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, ist unerheblich. Sowohl für die ausgrabungen, wie auch für den Bau der Flüchtlingsunterkunft selbst, für die es eine "befristete Befreiung" geben soll.

Duwe wirft der Behörde "Salamitaktik" vor. "Bis dato gibt es immer noch kein Anhörungsverfahren und damit auch keine Gelegenheit für eine Stellungnahme der Bezirksversammlung", so Duwe. "Bezirkspolitik und die betroffenen Anwohner werden lediglich im Groben über die Pläne und die Hindernisse zur Schaffung einer Unterkunft informiert." zv