Harburg – Der Süden Hamburgs muss sich wohl an Dauerstaus gewöhnen. Ein wenig Hoffnung war aufgekommen, als die

CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung vor Wochen mehrere Vorschläge machte, um die Situation wenigstens ein wenig zu verbessern. Aber jetzt liegen die Antworten der Fachbehörden auf den CDU-Antrag vor – und sie verheißen nichts Gutes.

Die CDU hatte zum Beispiel vorgeschlagen, das HVV-Ticket für die überfüllten S-Bahnen auch für die Fahrt mit Fernbahnzügen zwischen Hauptbahnhof und Harburg gelten zu lassen. Lapidare Antwort der Wirtschaftsbehörde: Die Deutsche Bahn AG plane so etwas nicht. Begründung: „Es besteht ein umfangreiches Angebot der S-Bahn mit den Linien S3 und S31.“ Außerdem gelte der HVV-Tarif auch in den Zügen der Metronom Eisenbahngesellschaft mbH. Also: abgelehnt!

Der nächste Vorschlag: Die Nutzung der Park-and-ride-Häuser in Neugraben und Neuwiedenthal müsse wieder gebührenfrei sein. Die Antwort: So etwas ist nicht vorgesehen. Begründung: „Dem bei Entfall der Entgeltpflicht zu erwartendem scheinbaren Vorteil mit zu 100 Prozent ausgelasteten Anlagen, stünden verkehrlich gravierende Nachteile gegenüber.“ Soll heißen: Die Parkhäuser würden für Autofahrer aus dem Umland wieder attraktiv werden, weil sie in den Anlagen ihrer Heimatorte weiterhin zahlen müssten. Außerdem sei so eine Regelung ungerecht gegenüber den Kunden mit Jahreskarten. Also: abgelehnt!

Die CDU hatte vor allem aber eine bessere Koordinierung der Baustellen auch über Ländergrenzen hinaus gefordert. Da kann aus der Antwort der Innenbehörde – mit viel Fantasie – zumindest ein kleines Stück Hoffnung auf bessere Zeiten herausgelesen werden: „Die Länder haben vereinbart, in Zukunft zusätzlich Verkehrsbesprechungen für den Großraum Hamburg durchzuführen, damit insgesamt eine höhere Sensibilität und ein höherer Informationsstand bei den Nachbarländern entsteht.“ Im Übrigen gebe es schon umfangreiche Maßnahmen zur Koordinierung. Prognose der Innenbehörde: „Aufgrund der vielfältigen Verflechtung der Verkehrsbeziehungen sowie der nur bedingt kalkulierbaren Reaktionen der Verkehrsteilnehmer im Einzelfall sind temporäre Stausituationen leider gänzlich nicht vermeidbar.“ Also: nichts Neues!

Schließlich hatte die CDU gefordert, auf Staus rechtzeitig hinzuweisende und zur Not „akut nicht notwendige“ Baumaßnahmen zurückzustellen. Antwort der Behörde: „Grundsätzlich sind alle Baumaßnahmen, die zur Ausführung kommen, notwendig und Ergebnis längerfristiger Planungen.“ Außerdem würden schon jetzt Hinweistafeln und Verkehrsmeldungen auf bevorstehende Behinderungen hinweisen. Also: Alles bleibt, wie es war! ag