Harburg – Den 2. Januar 2012 wird Thomas Völsch nicht so schnell vergessen: Es war sein erster Arbeitstag als Bezirksamtsleiter

im Harburger Rathaus. Während ihm Amtsvorgänger Torsten Meinberg alles Gute wünschte und sich die kleine Runde in Raum 112 des Harburger Rathauses mit einem Gläschen Sekt zuprostete, waren von draußen pausenlos Martinshörner und auch Sirenen zu hören. Und vom Binnenhafen zog eine dicke schwarze Rauchwolke über Harburg: In der Nartenstraße brannte ein Lagerhalle lichterloh, die Flammen schossen 30 Meter und mehr in die Höhe. Die Feuerwehr würde später von einem der größten Brände der vergangenen Jahrzehnte in Hamburg sprechen.

Löscharbeiten gesehen von der Nartenstraße, kurz nachdem die Flammen das Dach durchbrochen haben. Foto: zv

Es dauerte Tage, bis das letzte Glutnest gelöscht war. Noch länger dauerten die Aufräumarbeiten. Die zähe Kautschukmasse hatte sich überall festgesetzt und auch Ausrüstung und Kleidung der Feuerwehr unbrauchbar gemacht. Zudem waren Löschschaum und Löschwasser in den Binnenhafen geflossen.

Aufräumarbeiten an der mit klebriger Kautschukmasse völlig bedeckten Einsatzstelle. Foto: zv

Restlos aufgeklärt ist der Fall indes bis heute nicht. Deshalb hat die CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg jetzt einen umfassenden Bericht angefordert. Sie möchte wissen, „welche Schäden im Einzelnen eingetreten sind, ob die Schäden vom Verursachern oder Versicherern vollständig ausgeglichen worden sind, ob Umweltbeeinträchtigungen vollständig behoben sind und ob zwischenzeitlich abschließende Erkenntnisse über fehlerhafte nicht genehmigte Lagerung von Waren und deren Auswirkungen auf den Brandumfang vorliegen“. Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer: „Uns ist auch nicht klar, ob es eventuell sogar Ordnungswidrigkeitsverfahren gegeben hat.“ ag

Die völlig niedergebrannte Halle nach den Löscharbeiten. Foto: zv

Verklebte Ausrüstung wurde nach dem Einsatz in Mulden gesammelt. Foto: zv