Harburg – Das Votum war eindeutig: Vor 14 Tagen hatten die Bewohner des Heimfelder Villenviertel bei einer öffentlichen Plandiskussion

im Rathausforum eine Änderung des gültigen Baustufenplans abgelehnt. Sie wollen nicht, dass der Senat von einem „besonders geschützten“ in ein „reines“ Wohngebiet umwandelt. Damit wären kleinen, aber womöglich ärgerlichen Änderungen Tür und Tor geöffnet.

Geradezu erzürnt waren die Heimfelder allerdings, als sie erfuhren, dass aller Voraussicht nach weder Bezirksversammlung noch Bürgerschaft über die Änderung entscheiden. Das wird wohl die Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnungsbau per ordre de mufti entscheiden. Immerhin hatte Ute Müller vom Amt für Landesplanung und Stadtentwicklung den Heimfeldern versprochen, dass ihr Votum „berücksichtigt“ werde – was immer das heißt.

Umso gespannter waren die Heimfelder nun, als sie sahen, dass die Auswertung der Öffentlichen Plandiskussion in  der Sitzung des Stadtplanungsausschusses am Montagabend gleich als Punkt 1 auf der Tagesordnung stand. Wie gut, dass nur wenige gekommen waren! Ausschussvorsitzender Frank Richter (SPD) teilte nämlich mit, dass Punkt 1 der Tagesordnung entfalle, weil die Fachbehörde erst einmal die Plandiskussionen in den anderen Bezirken abwarten will. Das klingt sehr nach einer Sammel-„Berücksichtigung“ der Bürgervoten, Hoffnung macht das nicht.

Mindestens genau so ärgerlich ist aber auch die Tatsache, dass es der Ausschussvorsitzende wieder einmal nicht schaffte, die Bürger rechtzeitig über die Änderung der Tagesordnung zu informieren. Dabei steht mit dem Informationssystem Allris ein schnelles digitales Medium zur Verfügung. Doch Ausschussvorsitzender Richter weigert sich, diese Möglichkeit zu nutzen. Begründung: „Der Aufwand wäre zu groß.“ Ob ihm wenigstens aufgefallen ist, dass das übliche Hinweisschild im Rathausfoyer, das ortsunkundigen Bürgern den Weg in den Sitzungssaal weist, diesmal auch fehlte? ag